Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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Sphar. Astrorr.

abhängt: kennt man also das Gesetz als eine Funktion der wahren Lange, so findetman den Unterschied der rvahren und mittlern Länge für jede gegebene wahre Länge,also auch die zu diesem Unterschiede gehörige mittlere Lange;' und aus diesen beydenDingen lassen sich die Tafeln auf die erwähnte Art einrichten. Aus der wahrenLange berechnet man nämlich ihren Unterschied von der mittlern, und hieraus die mitt,lere: dann bringt man diese beyden Dinge auf solche Art in eine Tafel, daß man ausjeder mittlern Länge ihren Unterschied von der wahren Länge finden kann, u«erachteteigentlich jene aus diesem berechnet ist..

. H. iz6. Alles kömmt also darauf an, dieses Gesetz durch Beobachtungcuausfundig zu machen, oder dasjenige zu entdecken, wonach sich jene Ungleichheiten eigent-lich richten. Um ihrer Quelle auf die Spur zu kommen, muS man zuerst diejenigenPunkte suchen, wo die Ungleichheit am grösten, d. i. wo die wahre Bewegung der'Sonne am schnellsten oder am langsamsten ist. Dis werden dann dir Haupt - Punkteder wahren Sonnenbahn seyn, und die wahre Geschwindigkeit der^Sonne wird vonihrer großem oder kleinern Entfernung von diesen Punkten abhängen. Wenn man diewahre tägliche Bewegung durchs ganze Jahr sucht (§. izz.), so wird man bald bemer-ken, daß sie in der Winter-^Sonnenwende am schnellsten, in der Sonimer-Sonnen-wende aber am langsamsten, und in den Nachtgleichen der mittlern Bewegung vonz</8" gleich ist. Sie ist also vom Anfange des Frühlings bis zum Anfange desHerbstes langsamer, im Herbst und JNnter aber schneller als die mittlere Bewegung»Die vier Hauptpunkte der wahren Bewegung fallen also migesahr mit den vier Haupt-Punkten der Ekliptik in Absicht auf ihre Lage gegen den Acguator zusammen. Eine'sio auffallende Uebereinstimmung wird natürlich die Vermuthung veranlassen, daß dieLage der Sonne gegen den Acguator die wahre Ursache dieser Ungleichheiten sey, oder-daß ihr Gesetz eine Funktion von der Länge der Sonne allein sey; und doch würde'man einen Fehlschlus begehn. Es wäre leicht möglich, daß die wahren Punkte, von-denen eigentlich jenes Gesetz abhängt, nur zufällig mit den Aegur'noktial- und Solstitial-Punkten zusammen fallen. Fielen sie indessen nur immer genau mit ihnen zusammen,,so wäre dis für die Berechnung der Tafeln, und überhaupt für die spharische Astro-nomie gleichgültig. Man wird aber bald sehn, daß beyde Voraussetzungen falsch sink.Diese Untersuchung kömmt nämlich auf folgende zwey Fragen an: i) ob die gröste ,kleinste und mittlere Geschwindigkeit, in der That genau in die Sonnenwenden undNachtgleichen falle; 2) ob die wahre Geschwindigkeit, bey gleichen wahren Längen des:Sonne, auch immer dieselbe sey»t

§. rZ 7 - Wenn man jene Beobachtungen genauer anstellt', so ergibt sich, daßdie groste, kleinste, und mittlere Geschwindigkeit, nicht genau in die Sonnenwenden und'Nachtgleichen, sondern ungefähr 8 Tage später fällt: wodurch die erste Frage verneintwird- Allein bey der- hier erfvderlichen Genauigkeit (die bis auf einzelne Sekundengehn mus, da der ganze Unterschied zwischen der grösten und kleinsten täglichen Bewe--gung nur 4/ betragt), aussert sich folgende Unbequemlichkeit Wenn überhaupt zweyauf irgend eine Art von einander abhängende Größen x, sich beständig andern, undzwar nach dem Gesetz, der Kontinuität, dem alle Veräudrungen- in der Natur, und

besonders