Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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16L Sphar. Astron.

brechnngen, die man schon beyläufig kennt, immer mehr zu berichtigen. Um sie aberbeyläufig auf eine sehr einfache Art zu bestimmen, dazu kann folgende Methode dienen,wiewol sie selten gebraucht ist.

H. 2Z7. Aus dem was oben (H. 252.) von der langlichten Gestalt der Sonneund des Monds am Horizont gesagt ist, begreift man leicht, daß diese Erscheinung zurBestimmung der Strahlenbrechung, wovon sie eine Wirkung ist, gebraucht werdenkann. Wenn man nahe am Horizont H k (40. Lig.) die Höhe des nute- n Son-nenraudes 8 21 y', und mit einem Mikrometer den vertikalen Durchmesser der Sonne8 8 22 I)" gemessen hat, so nenne man x die Strahlenbrechung in der scheinbaren Hö>he 18 22 und x in der Höhe 18 22 y' -s-1>. Der wahre Durchmesser der Sonne,den man entweder aus den Tafeln, oder aus einer i» beträchtlicher Höhe vorgenommenenMessung, oder aus der Dauer des Durchgangs durch den Meridiau kennt, sey 22 v,die wahre Höhe des untern Randes 1 x 22 >?, des obern 22 -s-1): so ist x 22 8 x 22 y'und /22^-s-I> — (y-j-O), mithin x — / 22 O — I)'. Man findet also aus dies;Art den Unterschied zweyer Strahlenbrechungen, die den scheinbaren Höhen und

n'-s-L" zukommen. Wi'erholt man diese Beobachtungen in verschiednen Höhen -f,so erhält man mehrere solche Gleichungen, in denen O beständig ist, D'aber sich ändert;und man kann dadurch die Refraktions-Tafeln prüfen, oder das Gesetz der Strahlenbre-chung finden, wenn man die Horizoutal>Ncfraktion kennt. Wenn man den unternRand 8 im Horizont selbst beobachtet hat, so ist ^220, x die Horizontal-Refrakcion,und x — x -z-1)'— I), die Strahlenbrechung in der Höhe IR Beobachtet man widerum,wenn der untre Rand so hoch ist, wie vorhin der obre war, und nennt I)" den ge-messenen Vertikal-Durchmesser, »/,>", die scheinbaren Höhen des untern und obernRandes, und 2 die Strahlenbrechung für die Höhe y': so ist ^ 22 v', ^'22die wahre Höhe des nntern Randes 22 y, des obern — „ -s-1). Hieraus wird

X — rv — y, 2 22 I> -s- 1 )" — cr, -j- 1 )), und X — 2 22 v — I)", d. i. 2 — ^-z-IM — v 22 X -i- v" -l- 1 R — 2 1 ); woraus man die Strahlenbrechung für alle Höhenvon ungefähr 32' bis g2' findet, wenn man die Horizontal-Refraktion x kennt. Hakman auch den horizontalen Durchmesser O o 22 ä gemessen, so ist dessen scheinbareHöhe 22 ^ -l-! v". Wenn ,'lm nun die Strahlenbrechung aus I -1 in O o erhobenHu, so ist 1-1 der wahre Durchmesser 22 v, und 1-1 wird eine dem Horizont paralleleSehne zwischen denselben Vertikal-Kreisen V O, Vo, weil die Punkte I-, 1 , nichtaus ihren Scheitel - Kreisen gebracht werden Nun ist I- 1 : O c> oder v : st 22sm VI-:ünV 0 , also ftn V I-22 , und V h - V O 22 V h ^

-s-; O" — 90° gibt die absolute Größe der Strahlenbrechung in der scheinbaren HöheDurch die Verbindnna mehrerer solcher Beobachtungen liesse sich also dasGesetz der Strahlenbrechung und ihre absolute Größe zugleich, wenigstens beyläufigfinden.

§. 2)8- Die Strahlenbrechung ist gefunden, wenn man die wahre Höhe einesFixsterns für den Augenblick, da seine scheinbare Höhe beobachtet ist, berechnet. Beydieser Rechnung kann man verfchiedne Dinge als gegeben ansehn, und daraus entsteht!

eben