-75
5 A. 3. §.
Strahlenbrechung nicht aus der Vertikal-Ebne gebracht (§, 2>2. n. i.), also seinAzimut h nicht geändert. Der Strahl wird durch die Brechung der Vertikal - Liniegenähert (§. 252. n. 2.), also vergrößert die Refraktion die scheinbare Höhe der Sterne.Wen» man die wahre Höhe des Sterns ^ und seine scheinbare Höhe, wie siedurch jede Brechung in der Luft geändert ist, — »chsezt, so ist ( §. 2^2. n. z )cot>' — ^ cok»!, und ^ < 1: daraus wird im — Lvk ( ün ^ ün »).
Der leztre Faktor ist immer sehr klein, weil wenig von 1 verschieden ist: also nimtdas ganze Produkt mit dem ersten Faktor Lok-, ab, oder die Strahlenbrechung rh— ynimt in größer» Höhen ab. Wenn y n 90^ ist, wird eoky —o, oder die Strah-lenbrechung verschwindet im Scheitel. Da dis von jeder Lustschichte gilt, durch die derLichtstrahl geht, so sind alle diese Satze auch von der Total-Refraktion wahr. Wennl46- Fig.) kVl dk die äusserste Lustschichte ist, in die der Licltstrahl nach der Richtung^ ll trit, so begreift mau leicht, daß die Refraktion blos von den Luftschichten unter-halb 14 und von der Richtung B k abhängt, und daß es gleichgültig ist, wie langdie Linie B L gemacht wird, oder in welchem Punkt derselben der Stern sich befindet:die Strahlenbrechung hangt also gar nicht von der Entfernung der Sterne ab, sobaldsie nur ausser der Atmosphäre befindlich sind-.
h. 2>4. Wenn mau sich nun die Erde vorstellt, wie sie von ihrer Atmosphärein Gestalt einer konzentrischen Kugelfiache umgeben ist, und sich erinnert, daß die Luftnach dem Gesetz der Stetigkeit dichter wird, je naher sie der Erde ist: so begreift man"eicht, daß-die Strahlenbrechung sowol von dem Gesetz abhängen mus, nach dem dieDichtigkeit der Luft zunimt, als von dem Halbmesser jener Kugelfiache, oder der Höheder Luft über der Erde. Indem dcr Lichtstrahl durch die Luft ins Auge auf der Erd-fiachc geht, trit er mit jedem Augenblick in dichtere Materie, wird also in jedem Air-gend lick mehr nach der Scheitel-Linie hin gebrochen: seine Bahn durch die Luft musfolglich eine krumme Linie seyn. Wenn man mm den Durchschnitt' der Atmo-sphäre mit der. Vertikal - Ebne des Sterns, durch unzählige kcnzentrhche Kreise, inunendlich kleine Ringe theilt, so kann man jeden dieser Ringe von gleichförmigerDichtigkeit annehmen: alsdenn wird der Strahl beimr Eint it ur jede neue Schichte'>mr einmal gebrochen um einen Winkel, den man als das Differential der ganzenStrahlenbrechung ansch» kann, und die Summe aller dieser kleinen Brechungen ist dieTotal-Refraktion für diese Höhe, die man also durch die Integration findet. DenRaum, aus dem der Strahl zuerst in die Luft trit, kann man als leer, oder nu'teiner Materie von gleichförmiger Dichtigkeit angefüllt, betrachten: da dann das Refrak-tionsr Verhältnis zwischen dieser Materie und der Luft uns gänzlich unbekannt ist.
§. 2te. Die einfachste Hypothese, auf die Eässiui zuerst verfiel, ist unstrei-tig folgende. Wenn gleich die Luft durchaus von ungleichförmiger Dichtigkeit ist, sokann mau sich doch immer eine Luft von einer gewissen mittlern gleichförmigen Dich-tigkeit denken, die von der Art ist, daß die einzige Brechung, die der Licktsträhl inderselben plötzlich leiden würde, der Summe aller der Brechungen gleich ist, die derStrahl auf feinem ganzen Wege durch dre Leckt wirklich leidet.. Seine Bahn durchdie Luft wäre alsdenn eine gerade Linie, oder vielmehr zwey gerade Linien, welche die
wahre