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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Tie Berzregion.

und bringt oft in den Wuhren, oft sogar in den Schaufeln alter Mühlenrädersein Nest an. Sonst sucht es dasselbe sehr vorsichtig zu verstecken, oft in denFelsenspalten, oft unter Brücken und Stegen, in der Nähe des Wassers inirgend einer Kluft, unter einer Baumwurzel des Ufers. Das Nest ist sorg-fältig aus Moos, Halmen und Blättern von eirunder Gestalt gebaut, oft dasSchlüpsloch mit Blättern, das Ganze mit Farnkräutern verhüllt, stets vonoben gedeckt, und enthält sechs weißliche Eilein. Die Wasseramsel brütetzweimal, im Frühling und im Sommer. Sie bindet sich aber nicht an einenbestimmten Monat; man hat schon im Ansang des Januar frisch aus-geschlüpfte Junge gefunden. Diese sind geborene Wasserticrcheu und tauchenschon nach wenigen Tagen mit ebenso viel Freude und Mut wie die Alten.Sie tragen ein bescheidenes und doch niedliches Kleid, obenher schiefergrau-bräuniich, unten weiß mit braungesänmten Federrändern. In Frankreich hält man die Wasseramseln neben den Nachtigallen für nächtliche Sänger undrühmt sie als solche in hohem Grade; wir haben diese Tierchen gar häufigbeobachtet, ohne eine solche Eigenschaft entdecken zu können, und halten diesefür ebenso irrtümlich wie die Angabe, daß es auch eine konstante Abart mitschwarzer Brust gebe.

Diese lieben Tiere, die zum Bache so sehr gehören wie der Sperling zurScheuer, finden sich durch die ganze Bergregion bis ziemlich hoch in die Alpen ,an der Flatz z. B. bis über das Berninahospiz hinauf, 2000 in ü. M., undebenso hoch an der Plessur im Schausigg, im Winter oft an den offenenQuellen weit ab vom großen Bache. In der Regel darf man annehmen, daßda, wo es Forellen giebt, auch noch Wasseramseln zu finden seien. Jung ein-gesungene Tierchen lassen sich mit Fliegen und Mehlwürmern nach und nachans Nachtigallensutter gewöhnen und werden bald zahm und zutraulich,während die Alten scheu bleiben und sich nur selten zum Fressen bequemen.

V. Das Haselwild.

Seine Verbreitung, Nahrung, Brüt und Eigentümlichkeit. Seine Feinde und seintreffliches Wildbret.

In den unteren und gegen die mittleren Waldregionen unserer Gebirge,seltener auf bloßen Vorbergen und in den Forsten der Ebene finden wir daszierliche Haselhuhn. Es ist oft der Begleiter der Urhühner und hält sichim gleichen Verbreitungsbezirk mit denselben auf. Ausnahmsweise scheintes auch höher zu gehen. So findet es sich z. B. nur im Winter in demWäldchen ob Andermatt im Ursernthale, nicht aber im Sommer, wo es