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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Tas Haselwild.

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dann die obersten Holzschläge auszusuchen scheint. Nach dem Jura soll esaus den Alpen von Wallis und Aelen kommen. Auch in der kollinen Regionfindet es sich strichweise nicht selten.

Wir haben es gewöhnlich an der Mittagsscite dichtbewaldeter, einsamerBerghalden, in steinigen, mit Wacholdern, Hasel-und Erlenbüschen bewachsenenund von Bächen durchflossencn, mit Tannen und Birken besetzten Revierenangetroffen, wo es ungemein hurtig und niedlich zwischen Gras und Staudennmherhantiert. Es ist etwas großer als das Rebhuhn, das in der Bergregionnicht oft vorkommt, mit lebhaften, nußbraunen Augen, hochroten, warzigenHalbringcn über dem Auge, schwarzem Schnabel und haarartig befiederten,schwachen Füßen. Das Gefieder ist sehr hübsch rostbraun, weiß und schwarzgefleckt, die Füße grau, der Schwanz perlgrau und schwarz gewässert, miteiner schwarzen und weißen Querbinde am Ende. Eine besondere Zierde desMännchens, das überhaupt etwas größer ist und eine hellere und lebhaftereFärbung trägt, ist das höhere Häubchen aus deni Scheitel und die schwarzeKehle mit weißem Saume.

Die Haselhühner leben paarweise in etwas treuloser Monogamie undstreichen nur im Herbst und Winter in kleinen Völkern familienweise umher.Man sieht sie mehr im Gebüsch auf der Erde als aus den Bäumen; dochübernachten sie stets auf diesen. Sucht man sie mit dem Hühnerhunde aus,so retten sie sich rasch auf eine nahe Tanne und sitzen in mittlerer Höhe inden dichtesten Zweigen nahe ani Stamme ab. Im Winter scharren sie sich indem Schnee oft längere Gänge bis zu ihrer Nahrung.

Wahrscheinlich haben nur wenige unserer Leser ein Haselhuhn im Freiengesehen, auch wenn sie durch Wälder gingen, wo es nichts weniger als seltenwar. Denn es gehört unter die scheuesten Bögel des Waldes, hält sich sostill und versteckt sich so gut, daß es nur zufällig entdeckt wird, wenn es etwamit vorgestrecktem Halse von einem Busche zum andern rennt oder sich,besonders im Frühling und Herbst, der Länge nach auf einen Banmast hin-drnckt, wo es bloß von geübten Augen bemerkt wird. Dabei trägt dasWeibchen die kurze Holle gewöhnlich glatt auf den Kopf niedergelegt, währendder immer mit größerem Anstand einherschreitende Haselhahn sie öfters indie Höhe richtet, oft auch die Kehl - und Ohrfedern aufbläst und so sich eingar possierliches Ansehen giebt. Ohne Not fliegen diese Hühner nicht gern,laufen und springen aber trefflich, fliegen aufgescheucht pfeilschnell, aber mitschwerem, schnurrendem Geräusch und nicht sehr weit. Sie pfeifen in hellen,weitklingenden Tönen; während der Balzzeit ruft der Hasclhahn in derMorgen- und Abenddämmerung auf die Erde gedrückt, mit hängenden Flügeln,aufgesträubter Holle, den Schwanz radförmig ausgebreitet, sein traurigesgezogenes,Tihititittititilst.

Im Sommer leben sie von allerlei Insekten, aufgescharrten Würmernund Schnecken, während der übrigen Zeit von den zarten Knospen, Blüten