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Tie Bergrcgion.
Reisig weg; die Spekulation grübt die schönen Wildrosen- nnd Ebereschen-stämmchen und die dichten Weißdornständchen uns, holt Moose nnd Farneund lichtet die Beerenbüsche; da dringt die plumpe Kuh und die naschendeZiege ein nnd verbeißen den jungen Anflug, ehe er ihrem Maule entwachsenist. Tie dürftigen Jägerlinge schießen die Eichhörnchen und Singvogel nnddie Buben des Torfes sangen die Amseln und Drosseln weg. Dann ziehtder beraubte und entehrte Forst sein ödes Witwcnkleid an; das edlere Wildflieht aus den profanierten Räumen, und der Wald wird zum bloßen nacktenBaumstammrevicr, in dem allenfalls ein redlicher Bürger spazieren geht, dasihm aber kaum eine Spur des echten, einsamen Waldlcbens zu kosten giebt.In diesem tönt und rauscht es ganz anders bei Tag und bei Nacht. Dastreichen in der späten Dämmerung die Waldlänze und Ohrenlen leisen Flugsüber das Unterholz hin, wo die Grasmücken nnd Finken im grünen Laubeversteckt sind, und der Fuchs zieht mit seiner jungen Familie auf dem moosigenGrunde; da wird der Sonnenaufgang und-Niedergang mit hellen zwitschern-den und flötenden Chören begrüßt, das Haselhuhn pfeift sein ,Ti—TU, derSpecht klopft wcithinschallend an den dicken Stämmen den eingebohrten Käferheraus, das Eichhorn und der Edelmarder fetzen mit funkelndem Auge vonBaum zu Baum, und die jungen Hasen machen im grünen Farn ihre Männchen.
In diesen einsamen unteren nnd mittleren Wäldern des Gebirges bis inden unteren Teil der Alpenregion hinein hat auch das Urwild sein liebstesQuartier, höchst selten in den Wäldern der Ebene, ziemlich zahlreich in denberg - nnd forstreichen Urkantonen, am Gotthard bis Wasen hin, in den Bergendes Simmenthales und Grindelwaldcs, im Tessiu nnd Wallis , im bernschenEmmenthal in den Gegenden um Schangnau, im Entlibuch beim heil. Kreuzl1195m). im Glarncrlande in den Freibergen, am Soolerstock nnd Mürtschen,in Schwyz im Wüggithal und in den Einsieülerschwarzwäldern, in denGrabseralpen, an den Churfirsten (St. Gallen), am West- und Südfußedes Süntisgebirges (Appenzell), in vielen Bcrgwäldcrn Graubündens , imWallis und im Jura*), das edelste und schönste von allem unserm Geflügel,eine Zierde des Gcbirgswaldcs. An manchem der genannten Orte ist es aberaußerordentlich vermindert und im Verschwinden. Häufig ist es nirgends;die Jäger stellen der kostbaren Beute zu eifrig nach; ganz zu vertilgen ist aberdieses Geflügel auch nicht leicht, teils da es sich ziemlich stark vermehrt, teilsweil die größte Klugheit und genaue Kenntnis seiner Lebensart nötig ist,um seiner habhaft zu werden. In der Nähe von St. Gallen wurden Exem-plare auf der .hohen Tanne^ geschossen, und als große Seltenheit wurde imNovember 1851 auch ein Hahn bei Francnfeld erlegt.
*) Im Waadtlande erscheinen die Urhühner nur im Jura-, nicht im Alpen-distrikt, die Birkhühner und Haselhühner dagegen nur im Alpeubezirk, erstere reicht aberim Jura. Im oberen und mittleren Engadin kommt das Urwild gar nicht vor.