Die Urhühncr.
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Das llrwild pflegt im allgemeinen Nadelholz vorzuziehen, besonderswenn dasselbe mit Heidclbcer-, Brombeer- nnd Hcidengesträuch durchzogenist und kleine offene Weideplätze mit klarem Wasser in der Nähe hall Immerwerden die Schläge vorgezogen, welche die ersten Strahlen der Morgensonneempfangen, da der Vogel ein rechtes Morgcntier ist. Nur selten verläßt esim Winter sein Quartier; doch hat man es im Emmenthal selbst in HeuställcnSchutz gegen die Witterung suchen sehen.
Besonders der Hahn ist ein schönes, stolzes Tier, ausgewachsen völligso groß wie ein Truthahn, 90—120 em lang, l.g—l.b m flügelbrcit,3—5 schwer, einzelne Exemplare sogar bis 7 kx, — von kräftiggedrungenem Bau und derbem, dichtem Gefieder, das unschwer einer mittlernSchrotladung widersteht.
Außer etwa der Trappe, die aber sehr selten zu uns kommt, haben wirwenig größere einheimische Vogel als der llrhahn. Seine Haltung istgravitätisch, seine Färbung prächtig. Der gebogene, vorn mit einem Hakenversehene, raubvogelartige Schnabel ist gelblichweiß, die Augen nußbraun;über ihnen ein zierlicher, scharlachroter Warzenkreis. Die Federn des Flügel-buges sind weiß, die übrigen Teile fast ganz schwarz mit grauem Anslug;Kopf und Brust bläulichgrau, ins Grüne schillernd, die Flügel und Hosenins Dunkelbraune, besonders im Herbst nach vollendeter Mauser. DerSchwanz ist schwarz und bis auf die Mittelfcdern weiß gefleckt. Die schwarzenKrallen sind kurz, aber scharf. Die Urhennc dagegen ist bedeutend kleiner,bloß l'/r—3 üx schwer, von durchaus verschiedener Färbung, mit rost-farbenem, schwarz- und wcißgeflccktem Gefieder, rostroter Kehle und Brust,weißem, schwarz- und braungeflecktem Bauch und rostbraunem Schwanz mitschwarzen Querbinden. Das Museum von Ncuchütel besitzt indessen alsaußerordentliche Seltenheit eine im Jura geschossene sehr alte Urhenne, derenGefiederfärbung derjenigen des Hahnes sehr nahe steht.
Man trifft den llrhahn ebenso häufig aus dem Boden wie auf den hohenBäumen an. Das ihm eigentümliche Phlegma verleiht seinem Gange etwasGravitätisches, und der gebogene Rücken und vorhängende Hals giebt ihmÄhnlichkeit mit dem Truthahn. Aber nur selten gelingt es, den vorsichtigenund ungeselligen Vogel in diesem Gange zu belauschen. Sein Gesicht undGehör sind außerordentlich scharf, und tritt der Jäger im Moose noch so leiseaus, hört der Hahn nur das Knicken eines dürren Farnkrautstengels oderdas Rascheln des Laubes, so hebt er sich mit heftigem, schnurrendem Flügel-schlag in die Höhe. Doch dauert sein immer geradeaus gehender Flug, denman auf eine gute Strecke weit durchs Gehölz hören kann, nicht lange; er istdem schweren Tiere zu mühsam, und bald setzt es sich wieder hoch auf einenalten Baum, am liebsten aus einen gipfelloscn oder gipfcldürreu, von dem esleicht abstieben kann. Weit öfter entdeckt man die gesellige Henne am Boden