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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Der Uhu.

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balzenden Hahnes vernahm. Während dieser rnft und zugleich im Schneeoder auf dem Ast seine possierlichen Sprünge mit radförmig ausgebreitetemSchweife macht, marschiert der Schütze gerade auf das Tier los; in denPansen steht er ganz still; der Hahn starrt ihn an, wenn er ihn gewahrt, undfährt dann zu balzen fort, bis der Schuß geht. Jung aufgezogene undgezähmte Urhähne balzen zu jeder Stunde und zu jeder Jahreszeit.

- AlsKreutzbcrg mit seiner großen Menagerie im Herbst 1853 St. Gallenbesuchte, brachte ihm ein Vorarlbcrger einen lebenden Urhahn, den derselbeim Frühling von einer Hausheune hatte ausbrüten lassen und den er vonsechs ausgeschlüpften Jungen allein aufgebracht hatte. Ruhig saß der prächtigeVogel auf seiner Stange zwischen den schreienden Aras und plapperndenKakadus und hörte mit großem Interesse, aber ohne alle Bangigkeit, demGebrüll der Löwen, Hyänen und Panther zu. Später wurde er in den Käfigeines afrikanischen Pfauenkrauichs gebracht, wo er sich mit stoischer Ruhevon dem heißblütigen Südländer zwicken und beim Kragen schütteln ließ.

Sein Aufenthalt und seine Verbreitung.Abenteuer am Wallensce. 7-

VII. Oer Uhu.

Sein 'Nachtleben.

Seine Feinde.

Der Uhu lIZndo maximus) ist ohne Zweifel einer der sonderbarstenund schönsten Bewohner unserer Gcbirgswaldungen, ein imponierender,phantastischer und höchst eigentümlicher Vogel. Wenige unserer Bergreisendenwerden ihn gesehen, manche dagegen ihn gehört haben. Er hält sich nur anden einsamsten, abgelegensten Orten auf und zieht hohe Bergschluchten vormit steilen Felsen und dichtem Gebüsch oder ganz abgelegene Turmruinen,von Bäumen gedeckt, wie er sie besonders in dem Kanton Graubnnden, deran solchen Felsennestern so reich ist, findet. Während des Tages fliegt er nurab, wenn er gestört wird, duckt sich glatt in die dichtverzweigten alten Baum-stämme oder in die Felsenspalten und wird nur mit großer Mühe ausfindiggemacht. Er gehört der untern und mittlern, selten der obern Baumrcgionunseres Gebirges an und ist, wie überhaupt in der ganzen alten Welt, so auchdurch alle Teile der Schweiz verbreitet, aber nirgends häufig. Im Urner -lande steigt er bis über das Ursernthal hinauf, in Bünden sogar bis ins obereEugadin, wo er noch nistet; im Kanton Tessin erscheint er nach Zugvogelart,wie Riva angiebt, vom Herbst bis zum Frühling und verweilt dort seltenerüber Sommer.

Tschudi . Tierlcben. 11 . Aufl.

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