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Die Bergrezion.
Einen tiefen und schauerlichen Eindruck macht sein hohles, gedämpftesGeschrei ,Puhn—puhn—pnhueh oft mit einem jauchzenden ,Hnll vermischt;im April, zur Paarungszeit, tönt es wilder. Im Kanton Appcnzell, woein Uhu früh morgens in der Rathaushalle gefangen wurde, kann manes in den wilden Schluchten des Brüllisauertobels, von den Felswänden desHohen Kasten, im Knrzenberg, und in der Schwendi im Speicher zur Nacht-zeit Vernehmen, und es ist nicht zu verwundern, wenn sich die Sagen vonHerentänzen, von wilden Jägern und dergleichen an das schaurige Konzertknüpfen; denn das Brüllen des Löwen und das Geheul des hungrigen Wolfessind kaum unheimlicher als dieses Eulcngcschrei, von schnaubenden Schnabel-schlägen begleitet. Mit Eintritt der Dämmerung fliegen die Uhu auf ihrenRaub aus — ruhig, geräuschlos, langsam und tief. Sie suchen Mäuse,Schlangen, Frösche auf, machen sich aber lieber über die Waldhühner, selbstUrhähne, Wildenten, Hasen, Häher und besonders Krähen her; die letzterenholen sie sich oft des NachtS von den Bäumen und Dächern. Sie spaltenmit dem Schnabel der Beute zuerst den Kopf, brechen die größeren Knochenund verschicken kleinere Tiere ganz; größeren Bügeln reißen sie den Kopfab, rupfen ein wenig die Federn weg und zerreißen sie, indtm sie selbst größereKnochen mitverschlingcn, die sie, in die mitvcrschlncktcn Haare und Federneingewickelt, als Gcwöll wieder ansspeicn. Alan hat sogar im Magen diesesRäubers ein großes Stück von einem Igel samt den Stacheln gefunden. ImWinter hält er sich oft an Aas.
Der Uhu ist die größte unserer Eulen, 60 em lang und in der Flugweite150—180 em breit, mit seidenweichem, lockerem, fahlbraunem, schwarz-geflammtem Gefieder, über jeder Shrössnung mit langen, schwarzen Feder-büscheln. Der Schnabel ist schwarz, halb in Borsten verborgen und imHalbkreis gebogen, das Auge sehr groß, mit ticsschwarzer Pupille, bernstein-gelber Iris, mit einem strahligen Schleier umgeben, die kurzen und kräftigenFüße sind bis auf die braunen, großen und spitzen Krallen stark befiedert.Irrtümlich glaubte man, der Uhu sehe am Tage nichts; aber er sieht allessehr genau und schließt nur gegen das plötzlich und grell einfallende Licht dieAugen. Er ist den ganzen Tag über sehr vorsichtig und hält sich still; dochsahen wir ihn bei Jagden auch schon mittags über die Baumwipfel streichen.Im Gegensatz zu den meisten übrigen Eulen frißt er auch am Tage, besondersin der Gefangenschaft, schießt sogar zu dieser Zeit aus seinem Versteckgelegentlich auf kleine Vögel und zerreißt sie. Fast nie nimmt er Wasser zu sich.
Dieser schöne Vogel, dem der außerordentlich dicke, runde Kopf und diefeierlichen, gewaltigen Augen ein so abenteuerliches Aussehen verleihen, undder auch sonst in seinen Bewegungen absonderlich ist, oft Kopf und Hals ver-dreht, mit dem Schnabel knackt, mit den Augenlidern nickt und mit den Füßenzittert, scheint beinahe die Größe eines Steinadlers zu erreichen, da er seinlockeres Gefieder weit vom Körper abrichten kann, während er gerupft nicht