Die Dachse.
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so schweren Mühen wieder zu Baue, wahrscheinlich, um auf die noch schwererender Nacht zum voraus noch ein bißchen zu schlummern.
Es giebt wohl im ganzen Tierreiche keinen wohlseligeren, selbstsüchtigeren,mißtrauischeren und hypochondrischeren Egoisten als diesen Burschen. DieFährte des Dachses ist an der Breite des Ballens, den langen Nageln undkurzen Schritten zu erkennen; er setzt die Spur in langsamem Trabe so:bei schneller Flucht aber so .
Wir haben schon bemerkt, daß die eigentliche Dachsjagd in der Schweiz nicht sehr floriert, indem oft in den Gegenden, wo die Tiere sich zahlreicherfinden, die Jäger wenig von der Sache verstehe». Das Wild geht im Frühlingund Sommer gewöhnlich, wenn es Nacht geworden ist, auf die Äsung; imHerbst, wenn es recht fett ist, selten vor Mitternacht. Hat aber am Tageein Hund oder Jäger den Ban besucht, so bleibt es wohl zwei bis drei Tageruhig ganz zu Hause. Man kann nun entweder des Nachts mit einem Hetz-hunde oder Dachsfinder den ausgegangenen Dachs aufsuchen und, mit einerBlendlaterne versehen, ihn mit der Dachsgabcl abstechen, wenn er aufgefangenund von den Hunden gepackt ist; oder man kann ihn vor der Morgen-dämmerung auf dem Auslande vor dem Bau schießen oder in den vor denRöhren eingehängten Säcken fangen, wenn er, von den Hunden gejagt, zuBau fährt. Am sichersten aber läßt man ihn im Bau durch die kleinen, scharfenDachshunde verfolgen, bis sie ihn in eine Sackröhre getrieben haben, wo ernicht mehr entweichen kaun. Tann gräbt mau die Sackröhre auf, zieht dasknurrende Tier mit der Dachszange oder mit dem Tachshaken heraus undschlägt es tot. Oft geschieht es aber, daß der verfolgte Dachs die Röhrehinter sich mit Erde verstopft und sich vcrklüftet, so daß die Hunde ihm nichtsanhaben können. Da, wo der Bau unter dem Gestein liegt und nicht auf-gegraben werden kann, werden die Schlagfalleu sehr zweckmäßig angewendet.Lhne diese Apparate aber kann das Wild nur durch einen glücklichen Zufallerlegt werden.
Eine sehr drollige Dachsjagd wird uns von einem Appeuzeller Jägeraus Gais gemeldet. Er hatte mit seinem Knechte den Bau glücklich aus-gespürt, war aber ohne Werkzeug und Hunde. Da ließ er sich von seinemKnechte die Beine an einen Strick binden, kroch mühselig in die Röhre, packteden Dachs beim Schöpf und gab seinem Knechte ein Zeichen, der ihn nun amSeile mit der Beute aus dem Bau zog. Dabei aber hatte ein oben im Stollenvorstehender spitzer Stein dem Jäger den Rücken längs des Rückgrats surchen-artig aufgeschlitzt, daß das Blut heruntertrof. Allein das kümmerte denhitzigen Weidmann wenig; — er hatte noch einen zweiten Dachs im Baubemerkt. .Ich muß noch einmal hineinß sagte er zu seinem Knechte, indemer sich wieder niederlegte, ,richte mir nur den verdammten Stein wieder indie gleiche Wunde auf dem Rücken, daß er mir nicht alles zu Schanden reißt'.Und so kroch er wieder hinein, während der Knecht ihm den spitzen Felsen in
Tjchud i, Tierlebcn. 11. Aufl.