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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Tie Alpenregion .

die Brust derselben erreicht, und über dessen obere Grenze einzelne Pyramidennoch in doppelter Hohe hinausragen. Doch sollen auch im großen Hanpt-alpenkörper eine Menge Vcrbindungsrücken, Onerkämme, Scitenriegcl mitihrem ganzen Ausban in die Grenzlinien der alpinen Region; fast allewichtigeren Einsattlnngen, Durchbrüche und Paßstraßen gehören ihr an,ebenso die höchsten europäischen Knlturthäler.

Vergleichen wir die angegebene Alpenzonc einerseits mit der montanenRegion, so muß sie in allen ihren organischen Gestalten, wenn auch viel ärmer,doch um so eigentümlicher sein, als ihr Charakter von dem der Ebene und desTieflandes viel entschiedener abweicht, als der der Bergzone; anderseits ist siefür die Tiergeschichte wiederum weit wichtiger als die über ihr liegendeSchnecregion, in welcher die Welt der Organismen allmählich erlischt und dieunorganischen Bildungen fast allein das Interesse des Menschen in Anspruchnehmen. Die Hauptmasse des spezifischen tierischen und pflanzlichen Hoch-gebirgslebens erscheint in der Alpenregion. Mit ihr noch befreundet sich innigder Mensch. Sie bietet ihm ihre eigentümlichen Reize und Schätze in einerrelativen Fülle dar, ist noch empfänglich für eine gewisse Kultur, der gegenübersie doch ihre ursprüngliche Freiheit und Originalität zu wahren weiß. Sieläßt sich nicht viel abtrotzen und abzwingen; was sie geben will, bietet siefreiwillig, und wagt der Mensch, mit Kunst sie zu reicherer Produktion zunötigen, so ist sie geduldig genug, sich die leichte Fessel zuzeiten gefallen zulassen, und eigensinnig genug, dieselbe zu zerstören, wenn es ihr gefällt.

Tie Ausläufer der Zentralkette fassen sich, wie wir bemerkten, nach Nordenhin noch in einzelne bedeutende Gipfelbildungen zusammen. Diese überragendie Höhen der montanen Zone beträchtlich und stehen wie Warttürme derHochalpen in ihrer vorgeschobenen Lage. Gipfel oder Kämme von gleicherHöhe im Zentralalpenznge selber verlieren sich im Labyrinthe der riesenhafterenFormationen, während jene durch die Aussicht, die sie in die Vorlaube hinausund in die Alpenprofile hinein gewähren, zu hohem Ruhme gelangen und zulieben, vielbesuchten Wallfahrtsorten werden. Solche vorgeschobene Postensind der Moleson (2005 m ü.M.), die Berra (1724m ü.M.), der Deut deBrenlaire (2356in ü.M.), die Hochmatt (2155m ü.M.), alle im KantonFreiburg , das Stockhorn (2193 m ü.M.), derGantrisch (2178 m ü.M.), derNiesen (2366 m ü.M.), das Brienzerrothorn (2351m ü.M.), die Hohgant(2199m ü.M.) imBernerOberland, Schasmatt(1980m ü.M.) undPilatus(2123m ü.M.) im Kanton Luzern , das Stanzerhorn (1900m ü.M.) inUnterwalden, der Rigi (1800m ü.M.) in Schwyz . In dem Nordarm derHauptkette, der vorn Gotthnrd nach dem Bodensce abstreicht, sind die Gebildeviel schmaler, die Durchbrüche und Onerthäler viel mächtiger, die Stetigkeitdes Gebäudes lockerer. Von den mittleren Glarneralpen an verliert diese Kettenach dem Norden zu an hochalpiner Mächtigkeit, und ihre einzelnen Gipfel,wie der Rautispitz (2284m ü.M.), der Vorderglärnisch (2331m ü.M.),