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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Die Alpenrcgion.

vorn Sidclhorn 2481 m; der Totensce auf der Grimsel mit vielen Fröschen,Wasserkäfcrn, Nädertieren (z. B. Gletschcrpolypen, Stoplmnoeerosglacialis),2504 in; der Trützisee beim Gcschencnhorn (2581. M.); die Seelein derWindgelle, des Etzlithales und der Lbcralpsee (2028 m ü. M.), der nochschöne Forellen hat und wohl eine Stunde lang ist, in Ilri; die Seen desGatthards, die auffallenderwcise nur einige Centimeter tief zufrieren undebenfalls Forellen enthalten. Von ihnen ist der bekannte Luzendrosce(2083 in n. M,), eine halbe Stunde lang, eine der Quellen des Reußstromcs.Im Glarnerlande der Qbcrblegisce (1426 in ü. M.), das Bergseeli (2194 inü. M.), das Knhbodenseeli (1950 m ü. M.), der Muttensee (2442 in ü. M.),am Kistcnpaß, eine halbe Stunde im Umfang haltend und fast das ganzeJahr in Eis und Schnee vergraben*), der Spanneggsee (1458 in ü. M.), indem sich die im Jahre 1750 eingesetzten Flußbarsche und Lauben bisjetzt erhalten haben, die fischberühmtcn Murgseen (1823 in) in St. Gallen ,das oft viele Jahrelang nicht anstauende Wildseelein (2210m) am Altmannund eine Menge anderer kleiner Wasscrschalen. Wie reich das Alpcngebirgean solchen Timinntivseen ist, kann man aus der verbürgten Angabe schließen,daß der Kanton Uri allein in seinem geringen Umfange gegen vierzig Alp-seelein ausweist, von denen mehrere, wie z. B. der Erstfeldersee, über 2300 mhoch liegen, aber fischlos find.

Dabei finden wir die interessante Erscheinung, daß eine große AnzahlHöchsten**) keinen sichtbaren Abfluß hat. Diese liegen fast ohne Ausnahmeim Kalkgebirge, dessen starke Zerklüftung das Phänomen erklärt. Das Wasserfällt in einen oft durch schwach kreisende Wellenbewegung angezeigten Trichter,arbeitet sich kürzere oder längere Zeit ourch die Spalten unv Kanäle imInnern des Gebirges fort und springt oft in großer Entfernung wieder zuTage. Manche Seen haben auch keinen sichtbaren Zufluß und nähren sichvon unterirdischen Quellen. Beide Erscheinungen vermehren das mystischeDunkel, das über diesen stillen Fluten schwebt, und sind den abenteuerlichenSagen, welche die Bergbewohner an sie knüpfen, besonders günstig. Von vielendieser Wasserschalen kann man übrigens sagen, daß sie selbst in den nächstenThälern fast unbekannt sind. Einige wurden von den alten Celten, die einebesondere Scheu vor den stillen Hochwassern hatten, religiös verehrt und andiesen Kultus lehnte sich besonders das Reich der Sage an.

*) Seine schwimmenden Eisblöcke erinnern mitten im Sommer an die Polar-welt. Der berühmte Hochgebirgsjäger E. Walcher schoß am benachbarten Felsenhangeine Gemse, welche aus eine schwimmende Gletscherplatte des Sees hinunterstürzte undauf derselben, dem Schützen unerreichbar, sich ins offene Wasser hinauswiegtc. Eingünstiger Wind trieb langsam den beutcbeladencn Eisfloß vorwärts, bis endlich, endlichnach tazelangem Harren der Jäger am andern User seinen ersehnten Bock in Empfangnehmen konnte.

**) Z. B. der Daubensee, Sewelisee an der Windgelle, Stockhornsee, Glattenalp-see, Lberblegisee, Lber- und Niederste am Wiggis, Sämtis- und Fählensee :c.