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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Die Alpenregion.

ohne sichtbaren Zn- und Abfluß, dessen Wachsen, Sinken und Wirbel nochnicht recht erklärt sind, die berühmten Fischscen von Vaz und Weißenstein(2030 in ü. M.) mit rotfleischigen Forellen, der halbstundenlange See inDavos (1561m n. M.), dem im August 1856 Grundforellen von 914llZentnommen wurden, die fischreichen Schwelliseen ob Arosa (1925 in n. M.),der krystallhelle Patnauersee an der Sulzflnh im Rhätikon , ^/-i Stunden imUmfang, reich an Groppcn und Ellritzen, doch erfolglos mit Forellen besetzt,der Schottensee (2370 in), dem die Schlappina entspringt, dcr Jörisee(2500mn. M.) rc. Auf dem Bernhardino ruht (2060 m n. M.) der kleine, schönansgebuchtcte Moesolasee in kahlem Grunde. Im Jnngebicte nehmen vorausdie vier größeren Seen der obersten Thalstufe des Engadins, durch denStromfaden des Jnns verbunden, unsere Aufmerksamkeit in Anspruch, Deroberste und größte, der Silsersee (1796 m ü, M,), selten vor Ende Maieisfrei, ist 7 Kin lang und 3(, 2 Üln breit, der bedeutendste aller unserer Alpen-seen. Alle vier sind äußerst malerisch gelegen, teilweise von reichen Arven-und lichten Lärchenschlttgen bekränzt, und beherbergen auf ihren Fluten undan ihren Usern eine Qrnis, die sonst kaum irgendwo in dieser Höhe gefundenwird. Im Winter werden sie als Schlittenbahn benutzt und hallen an schönenTagen wider von Pfcrdegeröll und Peitschenknall. Doch pflegt man sie erstzu befahren, nachdem man bemerkt hat, daß die Füchse über den Spiegelgegangen sind; man hält sie dann für fest genug, Pferd und Mann zu tragen.Die Forellen dieser Gewässer sind berühmt, und es sollen schon 2022 KZschwere Grundforellen gefangen worden sein, die hier ihre höchste Erhebungin ganz Europa finden dürften. Das Gleiche gilt von den Trüschen (Aal-raupen), die sich, Trollen genannt, im St. Moritzersee (1856 m ü. M.) findenund dort zn der außerordentlichen Schwere von 36 llx gedeihen sollen,was aber wenigstens in neuerer Zeit bestritten wird, wo die Bach- und See-forelle, die Rotteln oder Plötze, der Kaulkopf und die Ellritze als die einzigenFische des Qberengadins bekannt sind. Merkwürdigerweise findet sich dieTriische in Menge und trefflicher Qualität auch im schwarzen See auf Davos ,wohl die einzigen Beispiele, daß sie in die Reihe der Alpcnticre eintritt.

In der Nähe der vier Oberengadinerseen liegen noch eine Menge kleiner,teils fischreicher, teils fischloser Hochseen, unter denen sich besonders dieBerninaseen (2222 m ü. M.) durch ihre Forellcnmcngc auszeichnen. Auchder Juliersee (2285 m) und der Sgrischussee im Fexerthale (gegen 2600 mü. M.), in welchen vor hundert Jahren Forellen aus dem Silsersee eingesetztwurden, beherbergen noch Fische. Letzterer ist wohl der höchste FischbehälterEuropas . Die zahlreichen übrigen Seelein der rhätischen Alpenregion erwähnenwir nicht; die angegebenen Taten haben uns überzeugt, daß auch die Fischeim rhätischen Gebirge sehr hoch steigen.

Es ist gewiß, daß in früheren Zeiten die Zahl dieser Alpenspiegel nochviel größer war als gegenwärtig. Jede Thalwanne, jeder Trichter auf den