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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Die Alpenregioii.

so bald bloße Rinnsale, bald ticse Löcher, Höhlen, Schächte und Gänge bilden.Während sie im krystallinischen Gebirge nie vorkommen, finden sie sich in jederArt und Formation des Kalkgebirges, am häufigsten und großartigsten aberim Hippuritenkalk, in dessen mächtigen Bänken große Nester von Hippnriten-muschclschalen verborgen liegen; auch im Jurakalk erscheinen sie sehr aus-gesprochen, z. B. ob Viel, Bcvaix, auf dem Marchairü rc.

.^Die Entstehung dieser Schratten ist aus einer eigentümlichen Verwitterungdes Gesteins schon seit der vorgeschichtlichen Zeit zu erklären, die zumteil durchdie 'Zusammensetzung desselben, zumteil durch seine Lage, Schichtung undursprüngliche Zerklüftung bedingt ist. Die ursprünglich völlig nackte Felsen-slächc mochte anfänglich eine kompakte, nur durch ihre Erhebung aus dem Schoßeder Erde gekrümmte und hie und da zerrissene, schiefe Ebene bilden. In ihrergänzlichen Kahlheit mußte sie den atmosphärischen Einflüssen überall Angriffs-punkte für mechanische und chemische Zersetzung bieten und dadurch unebenwerden. Jeder Regentropfen, der aus irgend einen Punkt auffällt und sichirgend einen Weg in die Tiefe sucht, nimmt einen, wenn auch unendlich kleinenTeil des Gesteins mit; die späteren Tropfen folgen seiner Bahn und waschenso im Laufe der Jahrhunderte in den weicheren Bestandteilen des Kalkfcldesgewisse Kerbungen aus, die besonders in den Absondernngsklüften bedeutendwerden müssen. Ist nur einmal ein solcher Angriff des Regen- und Schnee-wassers bis zu einem gewissen Punkte vorgerückt, so wirkt er durch Gefrierenund Auftauen, durch Reibung, Schlag und Stoß von allen Seiten ein undbildet so, wenn auch noch so langsam, seine anfänglich kaum bemerkbarenSchrllndchen zu größeren Spalten, Gängen und Schächten aus, deren Formenwesentlich von der Beschaffenheit der Kalkbildung abhängen. In dem starkspat-und quarzhaltigen Greenkalk zeigt sich die Ausspülung oft wabenartig (,dieSteinwabcill der Hirten); in Formationen, welche mit Kalkspaibändcrn odermit Versteinerungen und Schwefelkies durchzogen sind, tritt sie als strcifen-und mnschelartige Vertiefung und unregelmäßige Durchlöcherung, oft alslabyrinthische Zerfressung rc. auf. Immer werden dabei die mehr weichen,erdartigea Kaltteile zuerst aufgeweicht, ausgespült und ausgebohrt, währenddie beigemengten härteren Teile, Kieselchen, Muschelfragmeute, die Angriffelänger abweisen. So besteht oft eine ungeheure Felsenflüche nur noch auseinem messerscharfen Gerippe, zwischen dessen Graten bald Häuser Raumfänden, bald kaum eine Hand durchgreifen kann, während die weicherenmergeligen Muskeln des Bergskelettcs vom Wasser entführt sind.

Bis zu einer Höhe von 1600mü.M. sind diese Karrenfelder öfters nochteilweise mit Alpenrosen, Wacholdergebüsch, oft auch stellenweise mit dürrem,magerem Rasen bewachsen. In günstiger Lage hat sich unten das oben aus-gespülte, verwitterte Gestein anhäufen und zu Humus umbilden können. Höherhinauf sind sie aber durchaus nackt, eine zerfressene Felswüste, ohne die Spureiner Quelle oder ein herabrieselndcs Eisbächlein. Die Karrenspalten absorbieren