Allgemeiner Charakter.
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alles atmosphärische und Schneewasser völlig oder leiten es kurz zum nächstenTrichter, der es verschluckt. Solche Trichter finden sich in vielen Kalkalpen ,wie z.B. im Wäggithale am Rädertenstock, aus der Karrenalp iu Schwyz, imJura, in großer Zahl, bald ganz klein, bald von mehreren hundert Metern imUmsang, mit einem Abzngsloch in der Tiefe, das oft in gewaltige Schächte leitet.
Bei dieser Wasserlosigkeit der Karrenslächen und der großen Einsaugnngs-sähigkeit der Spalten, Trichter und Krater müssen die Grandgestellc der Karren-berge um so wasserreicher sein. An ihrem Fuße sprudeln bald ausdauernde,bald periodische Quellen von höchster Wasserfüllc, wie die der Orb und Reuse,die sieben Brunnen im Lenkthal ic. Der große Karrentrichtcr der Nädertenalpnimmt alles Regen- und Schneewasser der ihm zugeneigten Felder auf und läßtes durch die Klüfte des Bergstocks in einen großen unterirdischen Sammler ab,zu dem man durch die Felsgrotte des Hundslochs gelangen kann. Bei starkemRegen oder rascher Schneeschmclze tritt das Wasser durch eine Bergspalteunter dumpfem Gebrüll (indem sich die eingeschlossene und zusammengepreßteLuft befreit) in die Grotte und stürzt verwüstend ins Thal. Gar oft sindauch die Karrenfelder mit den früher geschilderten ,Wind- und Wetterlöcherickin Verbindung, wie in den Geißwällen im Wäggithale, am Schwalmkopf undan anderen Orten.
Die ausgedehntesten und bekanntesten Karrenbildungen finden sich amFaulhorn, Gemmi, Rawyl, Sanetsch , Tour d'Ay, am Brünig, Kaiserstock,Wellenstock, Rigidalstock, Bauen, Fluhbrig, den Wäggithalbergen, Windgelle,Rieseltstock, Silbern, den Muottathaler- und Kercnzenbergen, Karrenalp, Matt-stock, Churfirsten und am Säntis; die Juralokale haben wir schon bezeichnet.
Zu dem pflanzlichen und tierischen Leben verhalten sie sich ungefähr wiedie Gletscher. Sie bieten ihm keine gerechte Stätte. In der Sonne desSommers reflektieren die Kalksteine die Strahlen und steigern die weder durchGewächse noch durch Quellen gemilderte Hitze bis zur Unerträglichkeit. DerWanderer, Jäger und Senne meidet sie, weil sie trostlos und schwer zubeschreiten sind. Der letztere sperrt sie gegen die Weiden ab, damit das Viehbei Nebel oder Gewitter sich nicht in diese Wüste verirre. Von größeren Tierenbemerken wir nur die Alpendohlen, Flühvögel in den Schrattenfeldern, undöfters auch die Schnee- und Steinhühncr, die mit großer Emsigkeit die Felsen-rippen Hinanlaufen und sich gar gern in den oft unnahbaren Schrunden ver-stecken. Auch den Alpenfüchsen müssen sie während des Sommers dienen,wenn sie sich mit der Vogeljagd beschäftigen.