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Erster Band.
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sollen und geographischen Bemerkungen des Rubruquisüber den Slawin der gothischen Völker und die Lage-- von

sten Grade wahrscheinlich, dafs cs von der Benennung abzuleilcn ist,welche die Aegvpter ihrem Lande erlheiltcn. Nach einer wichtigenStelle des Platarch (de Iside ct Osiride , c. 33 [p. 3t)4, G. ver-gleiche Alexandr. vit., p. 679, F]) nannten sie cs C/temia (Xtjufa)we-gen se.nes schwarzen Erdreiches (fidnyyttnq fvergl. Ilerodut, II, 12;VirgilGeorg, IV, 23]), und bczeirlmeten aul dieselbe Weise dasSchwarze im Auge. Cham heilst noch im Koptischen schwarz , wiechun im Hebräischen . Die alten Namen Aegyptens , welche in denheiligen Gesängen der Hebräer angeführt werden, sind Chemi , Cham oder Chami [l*salm. CV, 23, 27 u. s. w. Hieronym., Quaest. adGenes , IX.]. Die Inschrift von Rosette hat Chmi [Ackerblad, Let-tre a M. Silv. de Sacy sur l'inscriptiun de ltosctte j p. 33 37.JAegypten, welches dem Hermes geweiht war, nahm auch den NamenHermochymios oder schwarzes Land des Hermes an. ([Jabionski,Opuscula ed. Te IVatcr, I, p. 404 IT.] Champollion , l'Kgyptesous les Pharaons, Tom. I, p. 110; Ileurens, Troisieme lettre aMr. Letronne sur les Papyrus bilingues, 1830, p. 69; Scholz, Hi-hhsehe Archäologie, 1834, S. 65.) Die gehcimnilsvolle Wissenschaft,welche von der Zersetzung und Umformung der Körper handelt, erhieltden Namen des Landes, wo sie mit besonderem Eifer getrieben wurde;sie war also die Wissenschaft von Chemi oder des schwarzen Lan-des, die Wissenschaft Aegyptens . Die älteste Spur des Wortes Che-mie, als Lehre oder Kunst, findet sich in dem Decret des Kaiser Dio-cletian gegendie alten Schrillen (Bücher) der Aegypter, welche vonder Chennc des Goldes und Silbers (rtfol yr t ulav yovfjov xai uoyvitov)handelten. Dieses Decret ist nicht eben so in den Digestcn erhalten,wie jenes, welches derselbe Kaiser gegen die Mathematiker, Astrolo-gen und mystischen Uebelthäter schleuderte; wir finden es in den Aus-zügen ans der Chronik des Johann von Antiochien, eines Schriftstel-lers aus dem siebenten Jahrhundert, der nicht mit Johann Malalas ver-wechselt werden darf. ( E.xcerpta ex collect. Constantini Augusti Vor -phyrogcnnctae ed. Henric. Yales., p. 834.) Dieselbe Stelle findet sichwiederholt bei Suidas , s. v. AioxkrjTtaro^; [\ind Xty/tff«]. Man ersiehtdaraus, dafs Dioclctian Aegypten arm zu machen hofftedurch Verbotjener Chemie des Goldes und Silbers, durch welche, die Bewohner die-ses Landes ihren Reiehthum mehrten und den Römern Widerstand zuleisten in den Stand gesetzt wurden. Das schwarze Land Aegypten ist in Cham oder Ham pcrsonificirt worden und daher rühren die altenEtymologien des Wortes Chemie als einer von Cham erfundenen Wis-