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dos Regiomontanus erschienen sind, der Admiral offenbar,wie mir es scheint, bei seinen Rechnungen zum Grundelegte); Toscanelli und, vielleicht nach den Briefen die-ses Gelehrten, Nicolo di Conti. Mandeville und MarcoPolo erwähne ich nicht, da sie Columbus nirgends na-mentlich aufführt. Die Angabe (bei Washington Ir ving , Tom. IV, p. 297), dafs der Admiral auf seinenersten Reisen die Handschrift des Marco Polo am Bordhatte, hat mich sehr überrascht; denn die damals so be-rühmten Namen Zaitun , Catay, Quisay (Quinsay), Mangound Zipango konnte er aus dem Briefe des Toscanellivom Jahr 1474 entlehnen, in welchem ohne Nennungdes Namens auf Marco l’olo angcspiclt wird. Auch dergelehrte Navarrete vertheidigt (Tom. I, p. 13) eine dermeinigen entgegengesetzte Ansicht: er sagt, ohne Angabeirgend eines Beweises, dafs Columbus die Reisebeschrei-bung des Marco Polo gelesen habe. Ich mufs bei mei-nem Zweifel verharren.
Führt man sich das Leben des Christoph Colum bus , seine Reisen von seinem vierzehnten Jahre an, nachder Levante , nach Island , nach Guinea und Amerika vorAugen, so hat man gerechte Ursache über die aus-gedehnten wissenschaftlichen Kenntnisse eines Seeman-nes aus dem fünfzehnten Jahrhundert zu erstaunen! F.rverweist in seinem Briefe an die Monarchen, geschriebenauf der Insel Haiti im Jahr 149S, immitten tausend undabertausend verwickelter politischer Geschäfte, auf einerund derselben Seite (Navarrete, Tom. I, p. 261) aufAristoteles und Seneca , Averrhoes und den PhilosophenFrancisco de Mairones; er führt sic au, nicht um ihreNamen zu nennen und mit seiner Gelehrsamkeit blol'szu prunken, sondern weil ihm ihre Meinungen und An-sichten geläufig sind, und weil sie sich ihm beim Nieder-schreiben einiger Seiten darbieten, wo die Natürlichkeitdes Stils und der Mangel an Zusammenhang in den Ideendie grüfsle Schnelligkeit zu verrathen scheinen, mit der