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ungleichen Werth der Stadien aufgestellten Hypothesenhervorgehen. Dieser Weg scheint um so mehr eingc-schlagen werden zu müssen, da Ptolemäus , das Orakelder Geographen des Mittelalters, nach der treffenden Be-merkung von Lelronne (in seiner gelehrten Kritik derUeberselzung des Almagest von Halma im Journal denSavans. 1830, dec. ), seihst nicht einmal ahnte, dafs eineVerschiedenheit unter den Stadien bestehen könnte, diehei den alten Messungen des Erdumfanges in Anwendunggebracht worden wären. Um nicht Zahlen mit einanderzu vergleichen, die keiner Vergleichung fähig sind, mufsman sorgfältig den Aeipiatorialperimeter von dem Paral-lel der Insel Rhodos unterscheiden, welcher häutig dasDiaphragma des Dicäarch genannt worden ist. Sobalddie Kugelgestalt der Erde als richtig anerkannt wordenist, so bestimmt die Längenausdehnung der bewohntenErde (?) oiy.ovi.uvi ;) zu gleicher Zeit die Breite des at-lantischen Meeres zwischen den Westküsten von Europa und Afrika und den Oslküsten von Asien unter verschie-denen Breitengraden. Eratoslhenes ( Slrabo, 11, p. 87Cas.) berechnete den Umfang des Aequators zu 252000Stadien und die Breite der Chlamy-s vom Heiligen Vor-gebirge (Kap St. Vincent ) bis zu der äufsersten Gränzc 'des Taurusgürtels bei Thinae zu 70000 *), oder nachanderen Angaben zu 71600 Stadien. Erweitert man dieEntfernung gegen Südosten bis zum Vorgebirge der Thun -
*) Diese Berechnung zu 70000 Stadien rührt aus dem ZeitallerAlexanders her. (Aristot., de mundo, cap. 3, p. 393Bekk.) Thina ,wdches Ptolemaus unter 3° südlicher Breite verlegt, liegt nach Erato-stienes und Strabo in 36° n. Wegen dieser Breite habe ich alsöslichr, Gränze der bewohnten Erde die Küste von China in der Pro-vinz Chan-tong, und nicht, wie Gossellin (Anmerk. zur Gebers, desSrabo, Tom, I, p. XXVII), Tana-Scrim in Siam angenommen. Dieleztere Hypothese ist jedoch, wie man gestehen mufs, in besserem Ein-kangc mit dem Mythus von einer schon vor den Zeiten des Minus ver-vdlkommneten astronomischen Geographie (!)
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