548
Jische (Promontorium Coliacum), welches, den Begrif-fen des Strabo über die Gestaltung von Asien gemäfs,dem heutigen Vorgebirge Comorin entsprechen mufs, undnach Osten hin über die Küste von Thinä hinausgeht,so giebt eine Coinbination der Angaben des Eratosthe-nes *) 74600 und selbst 78000 Stadien **). Strabo bleibt für eben dieselbe Entfernung bei 70000 stehen.Rcducirt man nun, in Bezug auf den Breitenunterschied,den Aequalorialumfang auf den Parallel von Rhodus , denPforten des Kaspischen Meeres und von Thinä, d. h.auf den Parallel von 36° 0' (und nicht von 36° 21'),so findet man 203872 Stadien, und für die Breite derbewohnten Erde unter dem Parallel von Rhodus 67500Stadien ( Gosscllin's Anmerk, zur Uebers. des Strabo,Tom. I, p. 164 und 309). Strabo sagt mithin in derberühmten Stelle, wo es scheint, als ob er die Existenzder Neuen Welt vorher verkündigen wolle und vonden beiden bewohnten Ländermassen in der gemäfsigtennördlichen Zone spricht (lib. I, p. 64 Cas.), vollkom-men richtig, dafs „die Ländermassen mehr als ein Drit-theil von dem Umfange des Parallels einnehmen, welcherdurch Thinä hindurchgeht “ Dieser Annahme zufolge be-trägt die Entfernung Iberiens von Indien mehr als 236°,ungefähr 210". Mit Recht'erstaunt man darüber, dafsdas Ergebnifs der ältesten Forschungen unter allen de-nen, die von den Zeiten des Eratosthenes und Posido-nius bis zu Marinus von Tjtus und Ptolemäus aufge-
**) Vergl. Gossellin, Geographie anatysce , Tabt. nr. III, umlUckert, Geogr. der Griechen und Römer , Tli. I, Abili. II, S. 225.Der unselige Maugel an Zuverlässigkeit <ler Zahlen, welche die Mehr-zahl der von den Allen aufgestcllten Angaben charakterisirt, tritt auchin den Nachrichten hervor, welche in Bezug auf die Meinungen desEratosthenes auf uns gekommen sind. Seihst der Aequatorialperimclerwird von Cleomedet ( Meteorol. I, 10) nur zu 25U000 Stadien an-gegeben.