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Resultate der bis jetzt unternommenen Pflanzenanalysen, nebst ausführlich chemisch-physikalischer Beschreibung des Holzes, der Kohle, der Pflanzensäfte und einiger andern wichtigen Pflanzenkörper / von Gustav Theodor Fechner
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Früchte und Sanmen.

Die vom gelben Hopfenstaub mechanisch gesonderten* *) Bracteenfür sich besonders untersucht, znr Zeit, wo der Hopfen geerndtrt wird,liefern nach den gemeinschaftlichen Untersuchungen von Pelletan,Pay e n und Cb evalli er durch die Analyse: eine sebr kleine Quan-tität fluchtiges Oel, Bitterstoff und Harz (vom noch anbängenden fet-ten Stoff; Chlorophyll; gelben Hopfenstaub herrührend), außerdemeine besondre grüne Mat.; Eiweisstoff; Gummi; eine geschmacklosevegetabilische Mat.; äpfels. und esfigs. Kalk; esfigs. Amm.; Phosphors.Kalk; salxerers., salzs., schwefels. und wahrscheinlich esfigs. Kali;Spuren von Phosphors. Magnesta und von Schwefel.

LnpuIi» oder g e l b e rHop f e nstaub; r si ch u n te r s ucht. Die eigentlich wirksamen Bestandtbeile des Hopfens enthalt der,von St. Uves Lupulin genannte,*) gelbe Staub, welcher sich alseine eigenthümliche Secretion am untern und innern Theile der Brac-teen oder Schuppen der Fruchtzapfe» des Hopfens findet. Er läßtsich am leichtesten, wiewohl nicht ganz vollständig, mittelst eines sei-nen Siebes oder durch starkes Schütteln des trocknen Hopfens in ei-nem Sacke von den Saamen und Schuppen, woran er sitzt, abschei-den. Nach Payen und Chevalli er beträgt er ungefähr T \, nachNves r der ganzen Fruchtzapfen. Er bildet ein zartes goldgelbesPulver, hangt sich an die Finger, macht sie rauh und klebrig, ist vonäußerst bitterm Geschmack, und besitzt den gewürzhaften Hopfengeruchin sehr durchdringendem, selbst Schwindel erregenden, Grade. (Pa-pen und Chev.).

Bei mikroskopischer Betrachtung auf einem weißen Körper stellt essich dar als eine Vereinigung von gelben Kügelchen, deren Durchmes-ser von -is bis fe Millimeter abweicht. Diese Kügelchen blähen sichin kaltem W. auf, ohne zu platzen; in kochendem W- nehmen sie anVol. zu, ohne einen Kleister zu bilden. Werden sie gedrückt, so spritzteine sehr schon curcumäfarbige Mat. heraus, welche unter günstigenUmständen betrachtet, gelbe ausnehmend feine, Kügelchen darstellt.(Bailltf IN Journ. de chim. wied. oct. 1826. 5v>).

Das Lupulin enthält nach Papen und Chev. in 100 Theilen:1 äkb. Oel; Spuren fetter Mat.; 50 bis 55 Harz (Rep. 1 . 1325);10,0 bis 12,5 Bitterstoff (Rep. I. 662); Gummi; Spuren vonOsmazom; Holzfaser; Khls.; Aepfels.; basisch esfigs. Amm.; äpfels.

*) Cs ist jedoch unmöglich ihn auf diese Welse ganz abzusondern, daherflch seine Bestandtheile mir denen der reinen Bracteen gemischt finde».

*) Neuerdings jedoch wird dieser Name von de» Franzosen blos auf denBitterstoff (Nep. I. 662) dieses gelben Staubs angewandt; daher man sichvor Verwechslung hüten muß. Wir brauchen das Wort int frühern Sinne.