VI
An den Seiten des Kopfes zwischen Mundwinkeln und Augenoder auf der Stirne stehen die Fühlhörner (antennae Taf. 50, Fig. A4).Sie bestehen aus einer Kette von meist 11 Gliedern. Diese Zahl sinktjedoch einerseits bis auf 5 herunter, andererseits, aber sehr selten,steigt sie auf 12. Die wesentlichsten Formen der Fühlhörner sind aufTaf. 50 k zusammengestellt: a sind borstförmige, b gekniete, c faden-förmige, d perlschnurförmige, e gesägte, f geblätterte, g gehörnte,h keulenförmige Fühler. Bei den geknieten (b) nennt man das langeWurzelstück den Schaft, das kolbige Ende den Endknopf, das da-zwischenliegende mehrgliedrige Stück die Geisel.
Hinter den Fühlern liegen die beiden Augen, die bald rund,bald länglich, bald nierenförmig, bald völlig in zwei Teile gespaltensind. Nebenaugen (ocelli) haben nur wenige Käfer: 1 Nebenaugehat Anthrena und Altagenus, 2 Nebenaugen haben zahlreichere Gat-tungen besonders unter den Staphylinen.
Die Mundteile stehen um die zwischen ihnen liegende Mundöff-nung herum und zwar so, dafs zwei unpaarige, die Lippen, eine vor,die andere hinter dem Mund stehen und seitlich vom Mund zwischenden Lippen zwei Paare von Kiefern, die sich wie Zangen gegen-einander bewegen. Die Oberlippe (Labrum Taf. 50 B a}, die seltenfehlt, ist breit, hornig oder lederartig, halbrund oder viereckig oderquer, vorne gerade abgestutzt oder gezähnt oder ausgebuchtet oderdoppelt gebuchtet oder zweilappig, und bedeckt den Mund von oben.Die Unterlippe (labium Taf. 50, Fig. 6) schliefst den Mund vonhinten und unten und besteht aus zwei gegeneinander beweglichenStücken: dem Kinne (mentum Ea), das meist hornig ist, und derZunge (ligula Eb', die stets häutig, oft von aufsen nicht sichtbarist. In der Mitte oder an der Seite der Zunge ist ein Paar mehr-gliedriger fühlhornähnlicher Gebilde eingelenkt, die man Lippen-oder Kinnladentaster (palpi labiales I) b) nennt. An den Seitender Zunge finden sich öfters bewimperte Spitzen, die man Neben-zungen paraglossae Fa) nennt.
Von den Kiefern heilsen die vorderen Oberkiefer, Kinn-backen oder Fresszangen (mandibulae Bb); sie ragen über dieOberlippe vor und sind stets sehr stark und grofs, zuweilen aufser-ordentlich grofs, entweder einfach oder gesägt oder gezähnt; dahinteroder darunter liegen die Unterkiefer oder Kinnladen (maxillaeCa), welche an der Wurzel hornig, am Ende lederartig oder häutigund aus 3 mehr oder weniger deutlichen Stücken zusammengesetztsind, nämlich der Angel (cardo), die direkt an den Kopf stöfst, demStiel (Stipes Cc), der mit der Angel einen rechten Winkel bildet,