Buch 
C. G.Calwers Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europas : zum Handgebrauche für Sammler / C. G. Calwer ; herausgegeben von G. Jäger
Entstehung
Seite
VIII
JPEG-Download
 

VIII

biegsam, dabei immer undurchsichtig. In der Ruhe decken sie denLeib von oben, indem sie meistens ihre inneren Ränder dicht anein-ander schliefsen, eine Naht (sutura) bildend. Bei manchen Arten,denen die Hinterflügel fehlen, sind die beiden Flügeldecken in derNaht verwachsen. Die Oberfläche der Flügeldecken heifst die Scheibediscus), dann unterscheidet man den Seitenrand (margo lateralis)und den Nahtrand margo suturalis). Der Schulter winkel ist dievordere Ecke des Seitenrandes, der Schildwinkel die Ecke an demzwischen beiden Decken liegenden Schildchen, der Sp i t z e n wi n k e 1befindet sich am hinteren Ende der Naht. Bei manchen Käfernstofsen die Decken in der Mitte nicht zusammen, sondern klaffenbei andern sind sie so kurz, dass sie nur die vordersten Hinterleibs-ringe bedecken.

Unter den Flügeldecken liegen die Hinter flügel (alae), diebeim Fliegen die eigentliche Arbeit zu verrichten haben. Sie sindhäutig, glasig, durchsichtig und geadert und können sowohl der Längenach gefaltet, als einmal eingeknickt und so unter die Flügeldeckenuntergeschlagen werden. Manchen Käferarten fehlen die Hinterflügel,womit ihnen auch die Möglichkeit zu fliegen genommen ist. DenWeibchen einiger Käfer z. B. Phosphaenus, Lampyris, Gvmbius undDrilus fehlen beide l'lügelpaare vollständig.

Die drei P'ufspaare sind stets kräftig und hornig und be-stehen aus einer Reihe von Gliedern. Das Wurzelstück mit dem derFufs in der Gelenkpfanne sitzt, heifst die Hüfte coxa Taf. 50 Ga).An dieser sitzt ein kleines Hornstück, der sogenannte Schenkel-anfang (trochanter G b), mit dem sich ein starkes längeres Glied,der Schenkel (femur Gc), verbindet. Auf diesen folgt wieder einlängeres stärkeres Stück, das Schienbein oder die Schiene )tibiaG d), und hieran schliefst sich das aus 25 kleineren Gliedern be-stehende Endstück des Fufses, die Tarse (tarsa Ge). Das letzteGlied der Tarse ist stets das längste und trägt zwei Klauen, Krallen,Hacken (Unguiculi Gt, die bald frei, bald teilweise verwachsen,bald gleichgrofs, bald ungleich und manchmal an der gebogenen Kantegezähnelt sind. Selten ist nur eine Klaue vorhanden, und ebenfallsselten sitzt zwischen den beiden Klauen noch eine kleinere doppelteKlaue, die Afterklaue, z. B. bei Lucanus.

Der Bau der Beine, die Form und Gröfsenverhältnifse der ein-zelnen Stücke aber sind nach der Lebensweise und der Verrichtungverschieden. Das häufigste sind die Laufbeine {Taf. 50 G), bei denWasserkäfern findet man Schwimmbeine (Taf. 50 H;; die Spring-beine, mit denen die Tiere flohartig hüpfen, sind durch stark verdickte