Buch 
C. G.Calwers Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europas : zum Handgebrauche für Sammler / C. G. Calwer ; herausgegeben von G. Jäger
Entstehung
Seite
XXXI
JPEG-Download
 

XXXI

sammelt; man sieht an den Löchern, ob etwas darin ist, kann sichauch noch weiter durch Ablösung eines Stückes der Rinde von derAnwesenheit der Larven überzeugen. Besser ist es, wenn man sichmit Forstleuten, Holzhackern und Holzsammlern in Verbindung setztund sich das wurmige Holz bringen lässt oder die Hornzacken mitlangen Hacken herunterbricht. Zur Aufzucht bringt man das wurmigeHolz in hölzerne Kästen, deren Deckel und Seitenwände grössere,durch Drathsieb verschlossene Oeffnungen zum Durchziehen der Lufthaben, weil ohne diesen Luftdurchzug die Larven leicht verschimmeln.Dann muss von Zeit zu Zeit etwas Wasser aufgespritzt werden, sonstvertrocknen sie. Larven, die unter der Rinde und im Holz stärkererStämme leben, sind nur zu ziehen, wenn man gröfsere Holzstückenimmt, weil kleine zu rasch vertrocknen. Hier braucht man natürlicheine gröfsere Lokalität, z. B. ein gegen Norden angebrachtes grofsesVorfenster, in das man Prügel und Stammabschnitte stellen kann;denselben entschlüpfen öfters noch nach zwei Jahren Bockkäfer. Beiden gröfseren Bockkäferarten wird man mit der Zucht nur Erfolghaben, wenn die Larven schon ziemlich ausgewachsen sind oder wennman Puppen vor sich hat. Letztere müssen aber sehr subtil behandeltund namentlich genau in die Lage gebracht werden, die sie im Freienhatten, d. h. entweder mit dem Kopf aufwärts oder abwärts. Legtman sie verkehrt, so gehen sie zu Grunde, ferner müssen sie vor Luftund Vertrocknung geschützt sein und Luftzutritt haben, damit sienicht verschimmeln.

Larven, die im Mulm und morschen Holz hohler Bäume leben(Osmoderma, Cetonia, Oryctes) bringt man mit einer genügendenMenge von Mulm und morschem Holz in gröfsere mit Flor zuge-bundene Zuckergläser, hüte sich aber, die mehlwurmartigen Larvender Ampedusarten hineinzubringen, denn diese fressen die andern auf.Will man letztere züchten, so müssen sie apart in ein Glas kommenund mit gemeinen Larven, Ameisenpuppen oder Fleischstückchen ge-füttert werden. Feuchthalten des Satzes ist auch hier nötig.

Käfer, die in Früchten oder Blattwickeln leben, (Balaninus,Rhynchites, Apoderus etc.) sind meist schwierig zu ziehen, da sie tiefin die Erde gehen und die Bodenfeuchtigkeit brauchen. Einigen Er-folg hat man nur, wenn man tiefe Blumentöpfe mit Erde füllt, mitDrahtsieb deckt und im Freien eingräbt.

Leicht zu ziehen sind die in Blüten (Anthonomus) und Blatt-minen (Trachys, Zeugophora, Orchestes, Haltica) lebenden; und hiersind auch gewiss noch manche Arten zu finden, deren Lebensweisenoch nicht bekannt ist. Die Anthonomuslarven verraten sich durch