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Zweites Hauptftück.
Animale Organe.
§. 155. j
Sie annimalen Organe, welche das Beweg ungs- und Empfin.- idungssystem bilden, zeigen keinen pflanzlichen Charakter mehr, so»- ldern einen eigenthümlichen, rein thierischen. Wir haben oben (§. 91. ^
u. ff.) gesehen, daß der Darmkanal, die Gefäße und die Geschlechtsthcile ?lauter Wiederholungen der Pflanzenbildung sind, in so fern sie, wiedie Pflanzen, aus Zellen, Röhren und dünnwandigen Häuten bestehen.Daß aber ebendiese Bildungsgrundgestalten bei den animalen Organennicht vorkommen, soll nun hier gezeigt werden.
§. 156.
Der Charakter der animalen Organe ist Starrheit und Soli-dität. Das ganze Organ ist durchweg von einer Bildung, bestehtaus einer Substanz, welche freilich oft noch von vegetativen Gebilden,wie z. B. die Nerven von dünnen Häuten, umgeben und eingehülltist, allein diese machen keine wesentlichen Bestandtheile der eigentlichenMasse aus, sondern dienen ihr nur zur äußeren Hülle, oder Decke.
Untersuchen wir in dieser Rücksicht zunächst das Muskelsystem, sozeigen sich solide Fasern, welche dicht neben einander liegen, nach undnach größere Bündel bilden, und endlich zu einem Muskelbauch sichvereinen. Selbst die genaueste mikroskopische Untersuchung zeigt anden einzelnen Fädchen keine innere Höhle, sondern durchweg eine gleiche ,Masse. Jeder einzelne Faden ist also ein Ganzes, welches freilich beigenauester Untersuchung durch Ouerscheidewände getheilt, und so gleich- !