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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
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Drittes Kapitel. I. Hornffeiet.

gehenden bedeckt wird. Die Beweglichkeit der so verbundenen Theileist eigentlich auch nur passiv, indem dadurch eine Ausdehnung des Lei,bcs nach allen Seiten, besonders aber in die Länge, möglich wird, wennsein Inhalt anschwillt, wie dies namentlich nach der Befruchtung beiden Weibchen häufig der Fall ist.

H. Verbindungen mit Beweglichkeit («liartdros,«). Allehierher gehörigen Verbindungen nennt man gewöhnlich Gelenke.Sie finden sich vorzugsweise nur an den Glicdmaßen in den Verbin-dungen ihrer einzelnen Theile unter einander. Bei den Kerfen unter-scheidet man folgende verschiedene Formen der Gelenkung:

I. Die Klappen Verbindung (ü^nclosl«). Zwei Theile stoßenin einer Nach an einander, und werden an der einen (inneren) Seitedurch Haut verbunden, doch so, daß sie sich in dxr Nach klappenför-mig von und gegen einander bewegen können. Diese Art der Gelen-knng findet sich z. B. an der Unterlippe, da wo das Kinn an dieKehle stößt.

2. Das Gewinde (gzmgümus). Zwei Theile sind so mit ein-ander verbunden, daß der eine mit seinem Anfange im anderen steckt,und nur an zwei gegenüberstehenden Punkten mit ihm in enger Bc,rührung steht. Um diese beiden Punkte dreht sich der Theil, wie umseine Are. Er kann mithin nur eine Richtung in der Bewegung ver-folgen, nehmlich sich dem anderen Gliede entweder nähern, oder vonihm entfernen. Auf diese Art sind Hüfte und Trochantcr, Schenkelund Schienbein und die Oberkiefer mit dem Kopf verbunden. Einenähere Beschreibung zeigt die eigentliche Art der Verbindung deut,licher. Betrachtet man das obere Ende des Schienbeins, das aus sei-ner Gelenkverbindung herausgenommen ist, so bemerkt man an deräußere» wie inneren Seite eine genau halbkreisförmige Furche, hinterderselben eine conccntrische, aber kleinere Leiste, und hinter dieser Leisteein kreisrundes Grübchen. Die innere Fläche des Schenkels zeigt anjeder Seite eine der Furche genau entsprechende Leiste, dahinter einejener Leiste entsprechende Furche, und in der Mitte eine kleine Erhaben-heit, von welcher ein kleines, aber sehr festes Band in die Mittel-grube am Schienbein hinübergeht. Dieses Band scheint quer durchdie Höhle des Schienbeins sich zu erstrecken und auf der anderenSeite, durch die Grube hervorkommend, an die gleiche, mittlere Erha-benheit der Schenkelgelcnkung sich anzusetzen. Aus diese Weise wirdalso eine sehr feste Verbindung und ein sehr sicheres Gelenk hervor-gebracht. Am Oberkiefer findet sich eine ganz ähnliche Gelenkung, diesich aber dadurch unterscheidet, daß an der oberen Seite des Kiefers