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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
Entstehung
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361
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Erstes Kapitel. Zeugung.

neu Gefäßes sich hinbegicbt, und mit ihr sich verbindet. Diesen Ver-bindungsfaden hält der Entdecker desselben, Zoh. Müller, für einGesäß, das von der Aorta ausgehend in das obere Ende jeder Eier-röhre eindringe, und so sich zur inneren Wand der Eicrröhre selbst ge-stalte. Er meint ferner, daß der Stoff, aus welchem die Eicrkeimeabgesetzt würden, aus der Aorta durch diesen Verbindungssadcn her-beigeführt werde, und daß mithin diese Verbindung für die Entwicke-lung der Eikeime von der größten Wichtigkeit sei. So anscheinendrichtig und einleuchtend alle diese Schlüsse sind, so ist doch die Veran-lassung derselben hypothetisch. Es folgt nehmlich aus der von ihmgegebenen Darstellung weiter Nichts mit,Bcstimmthcit, als daß eineFortsetzung der Eierröhrcn in vielen, aber nicht in allen, Fällen sichan das Nückengefäß anseht, daß aber dieser Faden ein Gefäß sei, wel-ches in das Nückengefäß einmündet, ist noch nicht erwiesen; denn ersah nicht den Inhalt des Nückcngefäßes in diesen Verbindungsfadcnübergehen, was freilich bei in Weingeist aufbewahrten Kerfen am Endeauch sehr schwierig sein möchte. Dies also weniger in Anschlag ge-bracht, so scheint doch die unmittelbare Umwandlung eines Blutgefäßeszur Eierröhre unzulässig, denn in einem solchen Falle müßten ja dieEikeime im Blutgefäße entwickelt werden, welche Annahme dochwohl keinen Beifall verdient. Freilich hat derselbe geschickte Beob-achter bet einem Blutigel (kliouäo vnIZsris) den Nervenstrang in derHöhle eines mittleren Blutgefäßes regelmäßig gefunden'), allein diesdürfte doch wohl keine Analogie mit der Umwandlung eines Blut-gefäßes zur Eierröhre sein, welche diese seine frühere Beobachtung be-weisen will, und einen mehr analogen Fall giebt es noch viel weniger.Demnach halte ich diesen vermeinten Zusammenhang beider Organefür nichts anderes, als eine oberflächliche Anhcftung der Eierröhre andie Aorta, ohne dabei einen Uebergang der einen in die andere anzu-nehmen. Was Io h. Müller also als Fortsetzung der Aorta, oderals Blutgefäß ansieht, das ist mir die innere Wand, die Schleimhaut,der Eierröhre, seine Eierröhrenhaut dagegen die äußere oder Muskel-haut. Dabei kann der Faden immer bis zum Herzen hinauf hohlsein, ohne deshalb in die Aorta zu münden. Wäre ein solcher Ueber-gang da, und derselbe für die Entwickelung der Eikcime von physiolo-scher Bedeutung, so müßte er bei allen weiblichen Kerfen vorkommen,allein das ist, wie Zoh. Müller selbst zugesteht, keineswcgcs derFall. Der Inhalt des hohlen Verbindungssadens ist eine weiße.

*) Meetel's Archiv für Anatomie und Physiologie. Zahrg. 1328. S. :6 u. 27.