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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
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476
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ä76 Dritter Abschnitt. Physiologie.

die Extremitäten an besonderen Knochen, die mit der Wirbelsäule inBerührung stehen. Diese Knochen sind für die vordere Extremitätdas Schulterblatt, für die Hintere das Darmbein des Beckens.Eben solche Skclctsclstenen finden sich auch bei den Gliederthicren, wenig-stens bei den vollkommensten derselben, nehmlich den Käfern, wieder. Sieliegen aber nicht oberflächlich an den Wirbeln und ihren Bogen, son-dern rücken als äußerer Panzer mit in den Ring, welcher durch denWirbel und seine Fortsätze gebildet wird hinein, und nothwendig andie Stelle, wohin sie ihrer Lage nach gehören, nehmlich zwischen Wirbelund Brustbein. Diese Annäherung des Schulterblattes an die Wirbel-säule ist bei der vorderen Extremität der Wirbelthiere sehr deutlich, inso fern dasselbe dicht neben dem Wirbelkörper herabstcigt; bei der Hin-teren dagegen, wo die Nippen fehlen, ist sie sogar ausgeführt, in sofern hier das Darmbein unmittelbar an die Wirbelsäule gränzt, und,wo das Brustbein, hier Schambein, fehlt, als ein bogenförmiger Fort-satz an der Vcckcnwirbelreihe erscheint. Dasselbe ist bei den Kerfen-der Fall, auch hier sind die Rippen verdrängt und die Schulterblätternehmen ihre Stelle ein. Wir erhalten sonach bei den Infekten eben-falls ein Schulterblatt und ein Bcckenstück, jenes ist die auch vonuns Sulterblatt genannte Schiene, dieses das Nebenscitcnstück,unsere xaraplours, das iselnum nach Straus, welches eigentlichilium genannt werden müßte. Der deutlichste Beweis, daß dieseStücke ihre Namen verdienen, ist die Thatsache, daß von ihnen dieden Schenkel bewegenden Muskeln, namentlich die Beuger desselben,ausgehen, daß also die Schenkel an diesen Stücken hängen. Bei denvorderen Deinen sind es die kleinen Schulterstücke (omis), welche inLage und Funktion mit ihnen übereinkommen. Analog mit den Rücken-und Bauchplatten könnte man diese drei Schienen also znomlum,ruesomlum und melowium nennen, die Nückenschienen dagegen müß-ten nun pi'osternum, mesoslernum und nietastvi'unm, die Bauch-schienen dagegen pronotum, mosonvtum und molanotllm genanntwerden. Warum aber artikulircu die Schenkel mit dem Wirbel selbst?— warum nicht mit ihrem Schulterblatt, da es doch vorhanden ist? —Diese Frage könnte nur ein flüchtiger Beobachter in Betreff der Hin-teren Schenkel auswerfen, denn an den vorderen und mittleren bildetdas Schulterblatt wirklich einen Theil der Gelenkgrubc (siehe Taf. 5.Fig. II. 2-, Fig. III. 5., Fig. IV. 6-, Fig. VI. 5.); ja selbst der HintereSchenkel, oder vielmehr der Schenkelkopf, der Theil, den man gewöhn-lich Hüfte nennt, stößt nach oben an das Nebcnseitenstück, und diesesbildet einen Theil der Gelenkgrubc (siehe Taf. 5. Fig. III. ».). Auch