Drittes Kapitel. Verwandlung. 477
findet fich am herabgcbogencn Rande der Nebcnseitenschiene das kleineGclenkgrübchcn für den runden Gelenkkopf des in der großen Hüft-grübe sich drehenden SchcnkclkopfcS. Endlich liegt die Ocffnung, durchwelche die Bewegungsmuskeln in den Brustkasten gehen, immer zwi,schen Scitcnstück und Brustbein, und wird theils von jenem, theilsvon diesem umschlossen.
Hiernach ist die Zusammensetzung des Kerfleibes und die Zurück-führung der einzelnen Schienen auf die bei den Wirbelthiercu vorkom-menden Knochen vollständig dargelegt, wir erhalten als Resultat:
Der Kopf besteht aus zwei Wirbeln, von welchen einer gegenden anderen verdreht ist*).
Der Thorax besteht aus d rei Wirbclringen, und jeder einzelne wiederaus dem eigentlichen Wirbel, den Schulterblättern und einem Brustbein.
Der Hinterleib besteht aus neun Wirbeln, jeder wieder aus demeigentlichen Wirbel mit seinen Bogen, die entweder Analoga der Nip-pen, oder oft wohl nur die Querfortfätze des Wirbels vorstellen, unddem Bauchbrustbcin, den verhornten Bauchdccken. Der letzte dieserWirbelringe, der After- und Gcschlcchtswirbcl, ist wieder verdreht, sodaß der Körper mit dem After nach oben, die Bauchschiene mit derGeschlcchtsöffnung nach unten liegt. Innere Fortsätze haben diese Hin-terleibswirbel nicht, sie behalten ihre ursprüngliche einfachste Larven-form und erscheinen daher als einfache, häufiger noch halbirte, Ringe.In einigen Fällen, z. D. bei den Lokusten, gehen von den Sciten-thcilcn des Halbringes noch freiere, bewegliche Halbbogen in die Höhledes Hinterleibes hinein, welche sowohl durch ihre Lage als auch durchihre Funktion vollkommen mit den Nippen übereinkommen. Eine zweiteWirbclbogenrcihe für den Nervenstrang habe ich indeß nirgends bemer-ken können.
§. 259.
Nun ist endlich noch die Reduktion und Deutung der Gliedmaßenvorzunehmen. Von den Flügeln wurde schon an einer früheren Stelle(§. 243) dargcthan, daß sie Kiemen, keine wahren Glicdmaßcn seien.Es bleibt zur Vervollständigung dieser Uebereinstimmung, welche durchdie Bildung aus zweien Obcrhantlagen und den zwischen diesen sichverbreitenden Blutströmen schon gegeben ist, nur noch nachzuweisen,daß diese Kiemen grade da liegen, wo sie, wenn sie überhaupt vor-
*) Diese Zusammensetzung des Kopses aus zweien Wirbeln oder Ringen wird durchRatzeburg's Beobachtungen über die Entwickelung der Hnmenvpierenlarven bestätigt.Siehe Darstellung und Beschreibung der Arzeneithicre. 2, Bd S> 175. Tast 23. Fig.47—50. und Fig W-A.