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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
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Neuntes Kapitel. H. Sorge für die Zungen.

Vielleicht werden die weiblichen Maden, als überflüssig oder wenigervollkommen, weil sie von einer schwächeren Mutter hcrstammcn, ge,tödtet, und nur die männlichen aufgezogen. Auch bei den Bienenkommen bisweilen fruchtbare Arbeitsbienen, oder sogenannte kleinereWeibchen, vor.

§. 298 .

Der Staat der Bienen ist ohne Zweifel der vollkommenste, weichtaber auch in mehreren Punkten von allen vorher geschilderten ab. Erbesteht übrigens wieder aus denselben Gliedern, nehmlich aus Dräun«chcn oder Drohnen, Weibchen oder der Königin und den Ge-schlechtslosen oder Arbeitsbienen-, von ersteren und letzteren findenwir eine große Anzahl, von den Weibchen nur eine alte und zwei oderdrei junge nach Verschiedenheit der Jahreszeit.

Was zuerst die Gründung und den Bau einer Bienengemcinde,welche man gewöhnlich mit dem Namen des Stockes belegt, betrifft,so geht dieselbe freilich vom Weibchen aus, wird aber nicht durch die-ses, sondern durch die Arbeitsbienen bewerkstelligt. Ist nehmlich einalter, vorjähriger Bienenstock im Frühjahr mit einer großen Mengejunger Brüt versehen, so daß der alte eine so zahlreiche Gesellschaftnicht mehr beherbergen kann, so zieht ein großer Theil der Arbeiter,von einem einzigen Weibchen geführt, aus, schwärmt, und sucht sicheinen anderen Wohnort. Dieses Schwärmen wiederholt sich auch beieinem Stock mehrere Male, so daß er zur Gründung von vier ande-ren Kolonien Veranlassung geben kann. Der erste Schwärm ziehtetwa gegen Mitte des Mai ab, die folgenden von acht zu acht Tagenbis Mitte Juni. Die zuerst ausziehenden sind immer dem größtenTheile nach die früheren Bewohner des alten Stocks, und ihre Köni-gin ist die alte, mit ihre» gemeinschaftlich überwinterte; die späterenSchwärme haben junge, befruchtete Königinnen. Der ansgeflogeneSchwärm hat anfänglich gar kein Obdach, sondern die Königinnimmt nach kurzem Fluge an irgend einer Stelle Platz, und alle siebegleitenden Arbeiter thun dasselbe in ihrer Umgebung. Run fliegeneinzelne Arbeiter umher, einen Platz zu suchen, wo sich der Schwärmniederlassen kann. In der Regel wählen sie dazu hohle Bäume, Baum-löcher, oder andere trocken gelegene Räume, die ihnen anfstoßen; istein solcher Raum gefunden, so zieht der ganze Schwärm mit der Köni-gin daselbst ein. Sobald der Schwärm von einer solchen Behausungförmlich Besitz genommen hat, machen sich die Arbeitsbienen an dieArbeit. Sie untersuchen zuerst alle Zugänge, und versperren sie Lurch