Der Auerhahn. 89
Stücke an ihnen kleben. Sie suchen dann Heidel-beeren und Ameiseneyer. Mit aller Sorgfalt undWachsamkeit führt die Mutter ihre Familie. Siebleibt so lange bey ihr, bis im nächsten Frühjachreder Ruf der Natur und des Bedürfnisses ste trennt.Eine sehr artige Bemerkung hat Günther miteignen Augengemacht. Jagt man inden letzten dreyTagen, ehe die Jungen auskriecheu, die Henne ge-waltsam von ihren Eyern, so fangen die Eyer an,possierlich herumzurollen, in die Höhe zu hüpfenund einige Minuten lang Bewegungen zu machen.'Was eine Nessel wird, brennt bald; noch in ihremGefängnisse eingeschlossen, verrathen die Jungenschon die Wildheit, die sie einst unter den Bewoh-nern deS Waldes auszeichnen wird.
Das Fleisch dieser Böget ist, wenn es wohlge-beitzt und geblaut wird, sehr schmackhaft. Nachder Sprache der Weidmänner hat der Auerhahnkeinen Aufenthaltsort, sondern einen Stand; erfliegt nicht, sondern er steigt oder tritt auf einenBaum; er begattet sich nicht, sondern er balzt;und sein Eingeweide, das aber Gescheide heißt,wird nicht ausgenommen, sondern aufgebrochen.Er gehört zur hohen Jagd, und wird bald geschos-