Band 
Der Vögel zweyter Theil.
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102 Das Repphuhn.

Das Repphuhn hat ungefähr die Größe einerTaube. Sein Gefieder ist eine schöne Mischung vonAschgrau, Braun und Roth. Unter dem Auge be-findet fich ein hochrother Fleck, der bey demWeib-chen blasser als bey demManne ist,welchem über dießnoch ein kastanienbrauner Fleck an der Brust und einstumpfer Sporn eigen ist. Der Schwanz ist dunkel-roth, der Schnabel nach dem Alter verschieden.

Die Repphühner find friedliche, gesellige Vogel,Sie leben in großer Menge beysammen und verdie-nen den Nahmen Völker, den solche Herden führen.Eine Zeit lang trennt sie die Sorge für dieNachkom-menschaft; dann vereinigen sie sich wieder, und thei-len Freude und Leid. Auf Weihen- Gersten- undErbfenfeldern suchen sie ihre Nahrung am lieb-sten, rufen mit anbrechendem Morgen dreymahl laut- auf, dann fällt das ganze Volk auf ein nah gelegenesanderes Feld und bleibt da, wenn es nicht gestörtwird, den ganzen Tag über. Sobald derSchnee wegist, trifft jedes Männchen, oft nach blutigen Käm-pfen, seine Wahl, und bleibt dann seiner Gattinnmit unverletzlicher Treue ergeben. Oft rufen sie sichMorgens und Abends traulich zu, um sich nicht voneinander zu verlieren. Das Nest macht ihnen wenig