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Carl Wilhelm Scheele ... sämmtliche physische und chemische Werke / Carl Wilhelm Scheele ; nach dem Tode des Verfassers gesammlet, und in deutscher Sprache herausgegeben von Sigismund Friedrich Hermbstädt
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440
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440 XXXV. Auszüge aus Briefen

rath Weber zugegangen ist. Er hat nemlich zu viel Kalkwasserzugegossen; den Präzipitat hat er getrocknet, wieder gerieben, mitWasser ausgewaschen und getrocknet. Hier hatte der überflüssigvorhandene Kalk zureichende Gelegenheit, Luftsäure aus der At-mosphäre und dem Wasser an sich zu ziehen; daher musste fein Nie-derschlag mit Säuren brausen: und da ich nicht so viel Kalkwasserzum Harn gesetzt hatte, so konnte mein getrockneter Niederschlagkein Brausen hervorbringen, Sein Beweis (8. 105. j, dass das aus-gepreiste Oel die Kalkmilch brausend macht, hat mir gar nicht ge-glückt; aber gewis würde dieser Kalk mit Säuren brausen, wenn ich,so wie Hr. Hofr. Weber es thut, diese Erde wieder trocknen liess,alsdann sie wieder rieb, und mit Wasser mischte. Wer wird nichtleicht begreifen, dass bey einer so weitlauftigen Operation an derfreyen Luft, Luftsäure vorn Kalke angezogen wird!

Ich habe noch einmal einen ätzenden Salmiakgeist über einergrossen Menge frisch gebranntem Kalk abgezogen, mit Salzgeist ge-sättiget, und in der Sublimation einen guten Salmiak erhalten.

' Vielleicht war dieser Geist auch nicht vollkommen ätzend.

Ich sage, und Hr. Hofr. Weber kann mir nur sicher glauben,dass man die fixen Laugensalze mit Kalk vollkommen ätzend ma-chen kann, und dass ein solches ätzendes fixes Laugensalz die Bit-tersalzerde aus den Säuren niederschlägt, ja gänzlich rein nieder-schlägt. Doch hat Hr. Hofrath Weber vielleicht nicht genau Achtauf die Erscheinung gegeben ; denn diese Bittersalzerde fällt bey-nahe klar nieder, wie gekochte Stärke, oder wie die Alaunerde, mitkaustischem Laugensalze niedergeschlagen: daher dieser Präzipitatnur wenig vor den Augen aussiebet; dahingegen solche mit derPottaschenlauge niedergeschlagen, weit weisser und sichtbarer fällt.

Noch führt Herr Hofr. Weber einen Versuch an, womit er be-weisen will, dass die, in der Salzsäure aufgelöste, Kalkerde mit demGlauberschen Wundersalz, ohne gänzlich zersetzt zu werden, bey-sammen stehen könne. Er sättigt ein Pfund Salzgeist mit Kalk, setztdieser Auflösung ein ganzes Pfund Glaubersches Wundersalz zu:und wenn sich dieses Salz darinn aufgelöst hat; so 1 einigt er dieMischung von ihren Selenit, und scheidet das Kochsalz durch dasAusdünsten davon, und, nachdem die Auflösung kalt geworden,

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