Band 
Zweyter Theil.
Seite
188
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Man sieht aus diesem Ausdrucke, dass zur Bestim-mung von a solche Sternenpaare vorzüglich geeignet sind,die so nahe als möglich an dem Pole des Äquators, undzwar zu verschiedenen Seiten desselben culminiren, so dass,wenn der eine dieser Circumpolarsterne in der oberen Cul-mination genommen würde, der andere in der unteren Cul-mination beobachtet werden soll. Hat man denselbenStern in seinen beyden Culminationen beobachtet, so ist,wenn t' die Zeit der unteren Culmination, und 6 die Decli-nation des Sterns ist,

12 h (t't) -f-

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welcher Ausdruck von der Kenntniss der Rectascension desSterns ganz unabhängig ist. Dass übrigens die zweyte Beob-achtungszeit t' durch den bekannten Gang der Uhr gegenSternzeit corrigirt werden muss, ist für sich klar. Kenntinan so das Azimut a des Rohres, so wird man dasselbedurch die Schraube immer mehr vermindern können, welchedas eine Ende der Rotationsaxe in horizontaler Richtung,oder von Ost gegen West zu bewegen bestimmt ist, so wieman auch, wenn der Werth von a bekannt ist, für jedenanderen Stern entweder die Correction der Uhr, wenn mandie Rectascension des Sterns kennt, oder diese aus jenerdurch die Gleichung findet,

Sin (f S)

23. § Durch das vorhergehende Verfahren wird mandie erwähnten drey vorzüglichsten Fehler des Mittagsrohresin kurzer Zeit, zwar nicht leicht ganz wegbringen, aberdoch sehr klein machen können. Wenn dieses geschehenist, so wird man die noch übrig bleibenden Unrichtigkeiten,nicht mehr einzeln durch mechanische llül^smittel zuvermindern, sondern vielmehr alle zugleich durch dienun folgenden Beobachtungen selbst für jeden Beobachtungs-tag zu bestimmen suchen, ein Verfahren, welches eine vielgrössere Genauigkeit gewähret, und auch schon durch diebemerkte Veränderlichkeit dieser Fehler gebothen wird.

Es sey (nach E n c k e, Berliner Jahrbuch für i83o)PZA (Fig.'ig) der Meridian, P der Pol, Z das Zenith,