Band 
Zweyter Theil.
Seite
198
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So ist die erste Beobachtung vollendet. Da diese aber,weil der innere Kreis mit seinem Fernrohre noch immer aufo° steht, für sich allein keinen Werth hat, so geht man so-fort zu der zweyten Beobachtung über.

Man löst nämlich den Azimutalkreis, und dreht diebeyden Verticalkreise um ihre verticale Säule um 180 imAzimut, bis die Ebene beyder Kreise wieder durch das Ge-stirn geht. Dann öffne man die erste Druckschraube, welcheden inneren Kreis an den äusseren befestigte, und drehe die-sen geöffneten inneren Kreis innerhalb des festen äusserenso lange, bis das Fernrohr wieder auf den Stern steht. Indieser Lage schliesst man den inneren Kreis durch seineDruckschraube wieder an den äusseren, so wie «len Azi-mutalkreis, bringt dann durch die Micrometerschraubedes inneren Kreises den Stern wieder genau auf denhorizontalen Faden, und bemerkt endlich auch diesen Au-genblick der Beobachtung an der Uhr.

Jetzt ist auch die z\< , e)te Beobachtung vollendet, unddie Vcrniere, welche von ihren anfänglichen Standpunctesämmtlich um die doppelte Zenithdistanz des Gestirns fort-gerückt sind, können ahgelesen werden.

Will man aber die 4 » 6,8.. .fache Zenithdistanz des Ge-stirns erhallen , so wiederholt man das so eben angezeigteVerfahren noch 1, 2, 5 .. .mal, und nur mit «lern Unterschiede,dass der Vernier nicht, wie anfangs, auf Null zurückgeführtwird, sondern im Anfänge einer jeden ungeraden Beobach-tung dort stehen bleibt, wo er am Ende der vorhergehen-den geraden Beobachtung war. Dass übrigens das Ablesender Verniere nicht nach jedem Beobachtungspaare, sondernerst am Schlüsse der ganzen Bcobachtungsreihe nölhig ist,ist für sich klar.

Kann man die Ilöhenänderung des Gestirns währendder Zeit der Beobachtungen als der Zeit proportional anneh-men , so wird man das Mittel der so erhaltenen Zenithdi-stanzen, oder den durch die Anzahl der Beobachtungen di-vidirten durchlaufenen Bogen des Kreises, als die Zenithdi-stanz des Mittels der sämmtlichen Beobachtungszeiten an-sehen. Kann man sich aber diese Voraussetzung nicht er-lauben, so wird man jedes einzelne Beobachtungspaar nach