Band 
Zweyter Theil.
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Meridiankreises in genau diametral entgegengesetzte Lagenbringen, und wenn bey der Bewegung des Fernrohres voneiner Lage in die andere der Kreis desselben nicht genau180 Grade durchlauft, so ist der Unterschied der Einwir-kung der Schwere, der Beugung des Rohres zuzuschreiben,und diese kann daher durch dieses Verfahren bestimmt wer-den. Zu diesem Zwecke wird man also zuerst die Faden-kreuze der drey Fadenröhre genau in den Brennpunct der-selben bringen, und dann die beyden kleineren nördlichund südlich von dem Meridiankreise, nahe in der Höhe desMittelpunctes des letztem, aufstellen. Dann wird Objectivund Ocular aus dem mittleren Rohre herausgenommen, sodass man mit dem südlichen, durch die leere Röhre desmittleren, das nördliche Fernrohr sehen kann. In dieserLage richtet man das Fadenkreuz des südlichen Rohres aufdas des nördlichen , setzt daun Objectiv und Ocular wiederin das mittlere Rohr ein, und beobachtet endlich durchUmdrehung des Fernrohres von Süd nach Kord, den Win-kel zwischen den beyden aussersten Fadenkreuzen des süd-lichen und des nördlichen Rohres. Auf diese Art fand Ressel(astron. Beob. Vol. X) im Mittel aus mehreren Messungenden erwähnten Winkel, oder die Summe der Zenithdistan-zen der beyden aussersten Fadenkreuze

Kreis Ost i8o' > -f-o.''o'y,

Kreis West 180°

also die Beugung in den beyden entgegengesetzten horizon-talen Bogen des Meridianrohres unmerklich.

I. Wenn man ein Fernrohr mit einer Libelle versieht,und dieses Fernrohr sowohl südlich als nördlich von demMeridiankreise so aufstellt, dass die Libelle beyde Mahledieselbe Lage gegen den Horizont anzeigt, so wird dieBeobachtung der Zenithdistanz des Fadenkreuzes diesesFernrohres, in beyden Lagen desselben, den Zenithpunctdes Instruments bestimmen. Statt dieser Libelle, durchwelche dem Probefernrohre in seinen beyden Lagen einegleiche Neigung gegen den Horizont gegeben werden soll,hat bekanntlich Gap. Kater ein auf Quecksilber schwim-mendes Eisen, an welchem das Probefernrohr befestigetist , vorgcschlagen.