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Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
Seite
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I. Abschn. nordischen Entdeckungen. 4;

Länderkentnis zu erweitern. Es dienten aber nicht blosihre Siege zur Ausbreitung ihrer Kentniffe, sondernihre Handelsleute waren eben so geschäftig, viel weitereinzudringen, als ihre siegreichen Heere. Denn über-haupt ist der Mensch zu den grösten und schwersten Un-ternehmungen fährg, sobald Ehrbegierde, Haabsuchtund andere Leidenschaften die Triebfedern seiner Hand-lungen und Plane werden, die er durch Vernunft undMuth ausführt. Und die allgükige Vorsehung des Va-ters aller Menschen, bedient sich selbst der Leidenschaftender Menschen, um ihre unendlich grossen und gütigenPlane in Einführung eines sittlichen Lebens und der Er-kentnis des wahren Gottes, überall auszuführen.

Die Siege und Niederlagen der Römer im westli-chen und nordöstlichen Theile Deutschlands dienten auchdazu, daß sie wenigstens einige Begriffe von dem gros-sen Umfange dieses tapfern und nie ganz unterjochtenVolkes bekamen. Ihre bekante Tapferkeit ward eineUrsache, sie zu Gehülfen im Kriege zu suchen. Luxusund Despotismus, hatten die Römer und Jtaliäner ent-kräftet, und sie zum Dienste im Kriege unfähig gemacht,besonders nach der damahligen Art zu kriegen, welcheleibliche Kräfte, persönliche Tapferkett, genaue Disciplin,Scharfsinn in der Taetik, und schnelle Gegenwart desGeistes erforderte: Frühe und übermäßige Lüste hattendie Muskeln des jungen Römers erschlaffet; und denWuchs desselben behindert: Ein schöner Weichling, derauf srine Schönheit stolz thut, und ihr durch Putz, Witzund Schmeichelei bei Grossen sucht Ansehen zu schaffen,der hat selten Muth genug, um dem Tode und der Ge-fahr mit kaltem Blute zu trotzen. Der Geist der Aus-schweifung und lasterhaften Zügellosigkeit, der damahlsin Rom herrschte, machte die Jugend des Staats unfä-hig unter dem Zwange der Subordination zu leben; undtvie konten sie Scharfsinn in einer Lebensart zeigen, we -