44 - Von den ältesten - I. Abschn.
che sie verabscheuten, oder eine schnelle Entschliessungnehmen in Vorfällen , von denen sie gar nichts verstan-den ? Man warb demnach ganze Heere bei den Bata-vern und Deutschen, bei den Pannoniern und anderennoch vom Luxus verschonten Völkern. Allein die Treueund Tapferkeit der Deutschen, verdienten ihnen den Vor-zug, daß man sie vorzüglich zur Leibwache der Kaiserausersahe t). Hiedurch ward man in Rom mit derLage, den Sitten und der Natur des Landes und Volkesbesser bekant, welches sich so grosse Hochachtung durchTapferkeit und Muth zu erwerben gewust.
Die Begierde, Bernstein in Menge zu haben, ver-anlaßte den Nero, den Ritter Julian an die Bernstein-küste zu senden. Er kam glücklich in Preussen an, undrechnet beinahe 150 deutsche Meilen von Aarnuntumin Pannonien bis zur Küste. Er brachte eine unge-heure Menge Bernstein mit, die alle zum Prunke unddem ganzen Geräthe eines Tages, da der Kaiser einSchauspiel von Fechtern gab, dienen muste. So kauf-männisch auch Julian mit dem Bernsteinhandel umging,so muste er doch durch den Augenschein von dem Landeund dessen Einwohnern sehr vieles erlernen. Pliniusaber, der es uns berichtet u), scheint selbst nicht recht ge-wust zu haben, wo diese Küste gewesen. Man hattenämlich zu seiner Zeit an der Friesischen Küste, an derMündung der Ems sehr vielen Bernstein gefunden.Die Insel hies Burchana, heut zu Tage Borkum,wo ihn die See auswarf. Diese Bernsteininseln scheintPlinius beinahe mir dem wahren Vaterlande des Bern-steins verwechselt zu haben; und es ist daher nur destoeinleuchtender, daß die Begriffe der Römer vom Nordennicht ganz deutlich und richtig gewesen; denn überhauptglaubte Plinius, die Ostsee hänge mit dem Kaspischen
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