HAbfchn. zur Zeit des Mittelalters. 254
lande abgetrieben, und da die seute ohne Maaß Speisund Trank verzehrten, so sehte man zuletzt zwei oder dreiMänner über denVorath, weiche täglich 2mal jedem seinePortion zutheilten, den Quinno nicht ausgenommen. Indiesem Zustande verfertigten sie auf Zurathen ihresSchiffzimmermanns, aus den vorrakhigen Seegelstan-gen, und dem grossen Mäste, zwei dreieckigke Noth-steuerruder, damit das Schiff nicht mehr so geschlenkertwürde. Diese wurden gehörig befestiget, und thatengute Dienste, welches allen wieder neue Hoffnung gab.Allein der Sturm und die aufgetürmten Wellen rissenauch diese lehre Hoffnung mit grosser Gewalt gänzlichvom Schiffe ab. — Am a6ten Nov. nahm die rasendeWuth der lobenden Wellen dergestalt zu, daß sie festglaubten, der Tag würde ihr letzter seyn. Der Orkanließ zwar etwas nach, allein sie trieben vom lande abnach Westnordwesten und die vom Regen und Winden^erarbeiteten Seegel rissen in Stücken, ob sie gleichneue anbanden, die aber nicht lange vorhielten. Nuntrieb das Schiff ohne Ruder und Seegel, und die über-schlagenden Wellen füllten es mit Wasser, so daß dievon Arbeit und Kummer entkräfteten leure kaum imStande waren, das Wasser zu gewaltigen. Da sie mitdem Senkblei in 80 Faden Grund fanden, so knüpftensie alle 4 Ankerthaue zusammen, und blieben 40 Stun-den vor Anker. Einer von den Seeleuten, erschrockenüber die schreckliche Bearbeitung des Schiffs durch denSturm und die See, kapte das oberste Ankerthau amVortheile des Schiffes; und nun trieb dasselbe wiederlstn und her. Den 4 Dec. schlugen vier grosse Wogenüber das unglückliche Schiff weg und füllten es so starkan, daß es beinahe zu sinken anfing, jedoch ermanntensie sich und schöpften das Wasser aus, ob es ihnen gleichbis zur Hälfte des leibe> stand, wodurch sie es auchgänzlich ausleerten. Allein den ?ten nahm das siürmi-