Buch 
Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
Seite
372
JPEG-Download
 

Z72 Von d. Entdeckungen im Nord. m. Abschtt.

Man sahe daselbst viele Füchse, darunter einigtganz weiße waren. Es giebt große Thiere vom Hirsch-geschlechte (Rennkhiere, welche sehr breite Hufe haben).Die Grönländer stschen den ganzen Sommer hin-durch; und trocknen die Fische zum Winter Vorrath.Sie trocknen auch ihr Robbenfleisch auf den Felsen.Sie haben kleine Bote für eine Person, zwei Fußbreit und zuweilen 20 Fuß lang: diese sind sehr dichtmit Seehund Fellen überzogen, mit einem runden Lo-che, wo der Mensch hinein steigt und sich fest mitFellen bebindet, daß kein Wasser eindringen kann; ih-re Ruder oder Riemen haben 2 Blatter, eins anjedem Ende und man fasset es in der Mitten an, undarbeitet wechselswcise an jeder Seite. Sie rudern soschnell, daß kein Schiff so schnell siegeln kann. In diesenBöten fangen sie Robben, Wallrosse, Lachse und andereFische, die sie mit einem Wurfspiese oder Harpune schiesisin. Die Angel ist von Knochen, die Schnur vonFischbein. Im Sommer leben sie in Zelten, im Win-ter in Häusern die halb in der Erde sind. Sie wohnennicht an einer Stelle, sondern ziehn von Ort zu Ort,je nachdem es der Fischfang ihnen nöthig macht. Sieverehren gewöhnlich die Sonne. Wenn jemand Frem-des kommt, zeigen sie auf die Sonne, und rufen lautElaiaue: wenn man eben so die Hand nach der Son-ne ausstreckt und dasselbe Wort ihnen zuruft, so kom-men sie näher, sonst aber trauen sie sich nicht. Die Ge-storbenen begraben sie in einer mit Steinen ausgesetz-ten Grube, damit ihn nicht die Füchse auffressen, undin einer andern Grube nahe dabei wird sein Bogen,Wurfspies und Pfeile, nebst anderem Geräthe > begra-ben. Sie essen roh Fleisch, trinken Seewaffer, abersie sind keine Menschenfresser. Allein sie sind begierigEisen zu bekommen es mag seyn, auf welche Art es wolle.