472 Von d.Entdeckungen im Nord. lll.Abschtl'II, Hauptstück.
Von den Entdeckungen der Holländer imNorden.
Kaum hatten die Bedrückungen in Ansehung so*wohl der Religion als auch der politischen Freiheit, wel-che Philip II. von Spanien über seine Unterthanen in denNiederländischen Provinzen verhängt hatte, diesen armenbedrängten Leuten, welchen nichts mehr übrig zu wählenblieb, als Sclaverey oder Tod, den Entschluß eingegebenihre Rechte und Freiheiten, welche in diesem Falle dieRechte der Menschlichkeit waren, es koste was es wollezu vertheidigen: so sahm sie zugleich sehr wohl ein, daßkein sicherer Weg übrig war, der ganzen damahls fürch-terlich großen Macht Spaniens zu widerstehen undstch selbst auch neue Mittel und Kräfte zu diesem sehrkostbaren Wiedersiande zu verschaffen, als wenn sie einenWeg nach Indien fänden, um daselbst ihre Feinde angrei-fen und sich bereichern zu können. Der gewöhnliche Wegnach Indien ums Vorgebirge der guten Hoffnung, wareines theils sehr lang, andern theils hatten die Spanierund Portugiesen, welche damahls unter einem Herrenstanden, alle die Oerter beseht, an denen man Erfrischun-gen oder Wasser und gute Häfen im Nothfalle fin-den konnte. Es war demnach, nach der damahligenArt zu dencken, kein ander Mittel übrig, nach Indienzu kommen, als durch Auffindung eines neuen Wegesdahin. Da nun schon die Engländer sehr oft, seit beMJahre rzzz. Versuche gemachet, um nordwärts eine neueDurchfahrt nach Kathay und Indien zu finden: so'stes wohl natürlich, daß die Holländer frühzeitig darausverfielen, diesen neuen Weg gleichfalö, nach dem