Abschn. in den neuern Zeiten. 47 5
von 4 bis 8 Manns und Weibsgesichter. Sie standen alleUnt demGesicht nach Osten, und viele Rennthiergeweihelagen den geschnitzten Bildern zu Füßen. Es waren einigedieser Bilder alt und ganz verfault, andre waren frisch ge-schnitzt; woraus nach meinen Bedünken es wahrscheinlichist, daß die sie herumziehenden Samojeden diese Bilderöum Andencken ihrer Eltern, Weiber und Kinder geschnitzthaben, nicht aber um sie als Götzen anzubeten. Die Völkerder Südsee hatten auf ihren Begrabnisplätzen ihrerFürsten, eben solche geschnitzte Bilder von beiderlei Ge-schlecht und die das Andenken ihrer Verstorbenen er-halten sollten, denen sie den Nahmen Tihhi oder Seelegaben, und welchen sie auch Speise hinsetzten. DieHolländer glaubten, es wären Götzenbilder und nenntendaher das Vorgebirge daraufsie standen ^bzoclcn boekMärzen Spitze. Allein die Russen müssen wohl nichtdiese Bilder als so sträflich angesehen haben, denn dieÄencnnung XVHjari - uols das Bilder oder geschmtz-ke Vorgebirge zeigt, deutlich, daß sie dieselben nichtfürGötzen angesehen haben. Und überhaupt mag auchHohl der Zeitraum von mehr als 228 Jahren, (>586)stit dem diese geschnitzte Bilder waren von den Russengesehen und die Landspitze darnach benennet worden,^ohl etwas in ihren Sitten geändert haben. Jetzthaben sie einen Obersten guten und einen bösen unter-geordneten Gott. Die Rödesm'ks oder Tadebes eineArt von Priestern oder Vertrauten des bösen Wesens,^then ihnen eine Art von kleinen Götzenbildern bei sich^ tragen, um welche sie sich aber übrigens wenig beküm-stsern. Vielleicht mögen die ersten Russen, welche diesamojeden entdecket haben, ihren Misfallen über diesevermeintliche Götzenbilder bezeugt und auch wohlstark ausgedruckt haben; denn der Religionseifer ist zu-eilen drohend und gewalthätig; und da mögen die^oedesniks ihnen angerathen haben, nicht mehr sol-che