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GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT.
Die Untersuchungen zeigten, dafs eine Verbindung der beiden Ufer des FinnischenMeerbusen nicht ohne Schwierigkeiten sei. In der Nähe von Reval gaben die Leucht-thiirinc von N argen, Kockskär diesseits und P orkala-U d d jenseits zwar sehr ins Meerhervorragende Puncte, aber dennoch zeigte die Untersuchung, dafs von keinem der höch-sten PuncteinS weab o rgund bei Helsingfors das Leuchtfeuer von Kock skär sichtbarwar. Hier war also die vollständige V erbindung unmöglich. Aufserdem lag aber diese schmäl-ste Stelle des Finnischen Meerbusen sehr weit westlich vom Dorpater Meridian. Dagegen er-gab sich gleich, dafs die Insel II o clil an d vom Festlande Finnlands erreichbar war, und dafsfolglich leicht zwei Dreiecksreihen südlich und nördlich vom Finnischen Meerbusen inHochland mit der Spitze zusammenstofsen könnten. Aber eine vollständige Verbindungbeider Ufer zeigte auch hier bedeutende Schwierigkeiten, undliefs sich nur ausführbar den-ken durch die Benutzung der von Hochland weiter nach Osten gelegenen Inseln und desvorspringenden Landes der Küste hei Narwa . Unbenutzt wollte ich nun die Gelegenheitmeines Aufenthalts auf der Nordscite des Finnischen Meerbusen nicht lassen, um zuuntersuchen , in wie ferne die Beschaffenheit Finnlands die Möglichkeit einer Dreiecks-reihe in der Verlängerung unseres Meridians gestatte. Wenn auch eine kurze Unter-snehungsreise nur ein allgemeines Urtheil gewährte, so schien mir dies in Bezug auf einekünftige Fortsetzung dieser Arbeit von grofser Wichtigkeit. Der Erfolg war ein er-wünschter, ichverliefs Finnland mit der Ueberzcugung, dafs die Messungen noch be-deutend weiter nach Norden geführt werden können.
Im Frühjahre 1822 liefs ich die Errichtung der Signale auf den Dreieckspuncten sozeitig beginnen, dafs, als die Jahreszeit sich zur Beobachtung eignete, eine hin-reichende Anzahl von Signalen stand, um ohne Aufenthalt in den Messungen fortgehenzu können. Alle übrigen Vorkehrungen ztir Winkelmessung waren getroffen, ein eig-ner Rcisewagen bereit, zum Transport des Winkelmessers und der Beobachter, so wieder Zelte und anderer Hülfsapparate eingerichtet, und so begann ich die W'inkelmessungnm Standpuncte Arrohof am 22. Mai. Ich konnte indefs in diesem Sommer nur sechsWochen zwischen dem 22. Mai und dem 11. Juli den trigonometrischen Arbeiten widmen.Die Ankunft des Meridiankreises von Reichenbach rief mich zur Sternwarte zurück. DieAufstellung dieses wichtigen Instruments durfte nicht verzögert werden. In dem genanntenZeiträume maafs ich die Winkel auf den Standpuncten Arrohof, Ilolstfershof, Anni-katz, Hel m et, Hummelshof, Len ard und Mario mäggi. Bei allen diesen Beobach-tungen ward von mir noch die Methode der Messung durch Repetition angewandt. Zwar hatteich bei der nicht zu bezweifelnden Güte der Theilung des Universalinstruments schon1821 versucht, eine einfache Messung auf verschiedenen Stellen der Peripherie an die