Band 
Erster Theil.
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GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT.

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der Sternwarte weiter beobachtet worden, und im November war ich so glücklich , demRefractor seinen bleibenden Standort unter dem beweglichen Zwölfeck anzuweisen.

Desto mehr Avard im Jahre 1826 für die Gradmessung geleistet. In diesem Sommer,den ich vom Anfänge des Maimonats bis zur Mitte des Septembers ausschliefslich deiGradmessung widmete, wurden die vollständigen astronomischen Beobachtungen amsüdlichen Endpuncte Jacob Stadt und am nördlichen Hochland vollendet, aufserdeman beiden Kndpuncten einige erforderlichen geodätischen Operationen ausgeführt. DasTagebuch enthält ausführlich das Geschichtliche der Arbeiten dieses Jahres neben demWissenschaftlichen .

Noch ärnsiger ward im Jahre 1827 gearbeitet. Zuerst suchte ich am Ende des AprilscincEbenezurMessung der Grundliniein Ehstland auf, und fand einen günstigen Bodenauf denTTofsfeldern der Güter Awandus und Woih ifer im Kirchspiele St. Simonis.Darauf verfügte Ich mich nach den zunächst am Meerhusen gelegenen beiden Stationen, umhier die Winkelmessung des nördlichsten Dreiecks zum Schlufs zu bringen. Leider warein vierzchntägiger Aufenthalt auf dem Tlmrme von II al 1 j all umsonst. Die Herbststürmedes vorigen Jahres hatten das Signal auf Hochland zerstört, ohne dafs wir dies der un-günstigen Luft wegen aus so grofser Ferne zeitig genug erkannt hatten. In der Voraus-setzung, dafs im Anfänge des gewöhnlich kühlen Maimonats die Luft sehr durchsichtigsei, hatte ich nemlich kein Heliotrop nach Hochland gesandt. Ich beschlofs nunmehrdiese, wegen der Entfernung von 3S000 und 42000 Toisen, so schwierigen Messungenbis auf die durchsichtigen Tage des Herbstes zu verschieben. Daratif suchte ich zuerstdie Winkelincssung an den noch übrigen im Jahre 1822 schon besuchten Stationen nach dervollkommneren Methode nachzuholen; und kehrte, als dies gelungen, in der Mitte des*Junius nach Dorpat zurück. Hier, als auf dem mittleren Ilauptpuncte der Gradmessung,waren alle astronomischen Beobachtungen, die im vorigen Jahre an den Endpuncten Jacob-stadt und Hochland angestellt worden, mit denselben Instrumenten auf gleiche Weisevollständig auszuführen. Bis zur Mitte des Augusts war diese Arbeit vollendet. Bis da-hin war aber auch der Apparat für die Messung der Basis vom Universitäts-MechanikerBrücker ausgeführt. Mit diesem Apparate verfügten wir uns nach St. Simonis und be-gannen die Messung der 2315 Toisen (4^ Werst) langen Basis gegen das Ende des Au-gusts. Gegen die Mitte des Septembers war sie vollendet. Jetzt war noch die im Früh-jahr mifsglüektc Verbindung mit IIo chland auszuführen. Ich sandte daher zwei Gehol-fen dorthin, um theils ein neues Zeichen aufzurichten, thcils mit dem Heliotrope zu sig-nalisiren. Diese trafen, durch widrige Winde aufgchalten, erst am 25. September inHochland ein. Mit grofser Mühe und nach einem Zeitaufwandc von noch über 3 Wochen