Band 
Erster Theil.
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ALLGEMEINE BETRACHTUNGEN ÜBER WINKELMESSUNG.

luncht sein, dafs durch ihre Umlegung die Veränderung des Nullpuncts eliminirtwerden kann. Diese Einrichtung der Libelle ist, so viel mir bekannt, zuerst vonSchumacher bei seinem Rcichenbachschen Meridiankreis angebracht worden, in-dem er die Libelle auf einen Cylinder befestigte, welcher mit ihr in seinen aneinem Durchmesser des Alhidadenkreises befindlichen rechtwinklichten Lagern um-gelegt werden kann. Wenn hierdurch nun zwar für den Alhidadenkreis die Constanzdieses bestimmten Durchmessers erreicht werden kann, so bleibt noch der Zweifel,ob die Lage der 4 Verniere gegen diesen Durchmesser sich nicht binnen 24 Stun-den periodisch ändert. Diese Aenderung ist freilich wegen der Einfachheit derVerniere und ihrer Verbindung mit jenem Durchmesser nicht wahrscheinlich, undim Mittel gewifs sehr klein. Aber wichtiger ist noch die Frage, ob bei derselbenRichtung eines Durchmessers des Limbuskreises auch beständig dieselbe Richtungder Gesichtslinie des Fernrohrs statt findet, oder ob auch hier ein täglich periodi-scher Wechsel mit der Wärme stattfindet. Wenn man, wie hei llorizontalwinkeln,zu jeder Zeit die Gesichtslinic nach derselben Richtung zurückführen könnte: soliefse sich die allgemeine Constanz des Instruments durch den jedesmaligen Ortdieser Richtung prüfen. Aber kein terrestrisches Object giebt eine in verticalemSinne constante Richtung. Durch den Reflex von einer horizontalen Spiegelfläche,der Oberfläche des Quecksilbers, können wir zu jeder Zeit die Gesichtslinie verticalstellen, und durch den Ort der verticalen Richtung die Constanz des Instrumentsbeurthcilen. Dieses von Bohnenberger vorgeschlagene und von Gaufs beständig inAnwendung gezogene Mittel ist eine wesentliche Vervollkommnung der Beobach-tungsmethode. Aber auch eine Gcsichtslinie, die man durch Umdrehung mit derAchse eines Cylindcrs parallel stellen kann, während der Cylinder durch eine um-zustcllcnde Libelle horizontal gemacht wird, läfst sich als constant ansehen. Über-dies wird sic horizontal sein, wenn der Cylinder in den beiden Berührungskreisengenau gleiche Durchmesser hat. Ein horizontal aufgestellter Collimator, aus einemcylindrischen Fernrohr bestehend, welches auf rechtwinklichten Unterlagen ruhtund durch eine empfindliche Libelle nivellirt wird, ist daher der bequemste Apparat,um die Constanz des Instruments in verticalem Sinne zu prüfen. Beobachtet manzweimal den Ort der Gesichtslinie des Collimators, indem man denselben nachder ersten Beobachtung 180 ° um seine Achse gedreht hat, so ist das arithmetischeMittel der Ort einer mit der Umdrehungsachse des Cylinders parallelen Gcsichtslinie.Die Libelle giebt die Neigung dieser Umdrehungsachse an. Ist ein ungleicherDurchmesser des Cylindcrs an den beiden berührenden Stellen, so kann theils die