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Einleitung zu der Kräuterkenntniss / von Georg Christian Oeder
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10 Einleitung

die Ordnung, nach welcher es eingerichtet iſt, welcheeinen jeden mit leichter Muͤhe auf jedes Kraut, woran ihm gelegen iſt, fuͤhren muß. Die Einrichtungeiner ſolchen Ordnung erfordert Nachdenken undKunſt, wie zu ſeiner Zeit, leichter als nun gleich,wird einzuſehen ſeyn.

n.

Hier haben wir alſo alles, was zum Begriffvon einer Wiſſenſchaft, einer Sammlung von Erkenntniſſen, welche vermittelſt ihrer Gruͤnde und Gegenſtaͤnde in einer Verbindung mit einander ſtehen,und zu ihrer Durchforſchung, Erweiterung undVortrage einen eigenen Mann erfordern, gehoͤret.

D.

Man kann von dieſer Wiſſenſchaft, wie vonallen Wiſſenſchaften, welche der Hauptwiſſenſchaft,welche man treibt, die Hand bieten, Nutzen ziehen,ohne ſie eigentlich zu treiben. Ein jeder lernet ſo vielKraͤuter kennen, als ihm in Anſchung ſeines Berufes, Zeit und Gelegenheit, noͤthig, dienlich, undangenehm iſt, ſo viele aber, als er dann kennen will,muß er mit Zuverlaͤßigkeit zu kennen von dem Botaniſten lernen, und alſo die Sprache, die Weiſe diePflanzen zu betrachten, und die Einrichtung desVerzeichniſſes des Botaniſten ſich hinlaͤnglich bekanntmachen.

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