45
ward i)m das theologische Cathcder anvertraut. Wennwir seme Schr-ften betrachten, so leuchtet uns aus demselben das Bild eines guten Lehrers hervor, welchesPaulus seinem Timotheus so schön vorgewählt hat. Weitentfernt von unnützen Fragen und eitelm Wortgezänk,gieng sein Augenmerk immer auf practische Erkenntniß,die er eben so bündig als angenehm vorzutragen gewohntwar. Je grösser seine eignen Einsichten gewesen, destomebr Nachsicht bewies er gegen Schwachheit und Irr»thum; überall verbreitete er philosophische Duldung undchristliche Bruderliebe; sonderheitlich war er eifrig umdie Vereinigung der Protestanten bemühet.
So groß er als öffentlicher Lehrer gewesen, so hes«leuchtend war nicht weniger sein Vorbild, wenn wir ihnin jedem andern Verhältniß als Mensch, als Freund,als Bürger betrachten. In seinen Reden, die er sowolvor dem Senate als vor dem Volk hielt, bewies er tiefeund ausgebreitete Staatseinsichten, und bey den bürger«lichen Unruhen gab er sich alle Mühe, die Eintrachtwieder herzustellen.
In den letztem Lebensjahren hatte er mit öfter« asthma.tischen Zufällen zu kämpfen. Endlich starb er nach einemkurzen Krankenlager im 66. Jahr seines Alters, den r.May 17 ;?. und hinterließ einen einzigen, des VaterSwürdigen Sohn mit seiner Wittwe, die ihm das ganzeLeben hindurch seine weitlauftigcn und schweren Berufs»seschäftc durch zärtliche Vorsorge erleichtert hatte.
Wenige Zeit vor seinem Hmscheid sind seine sämtli»Gen Werke in drey grossen Quarlbänben zu Genf beyBarillot gedruckt worden. Der erste Band enthält dieakademischen Reden; die beyden andern Bände enthaltenBetrachtungen und Dissertationen. Wie wichtig undSrmeinnützig ihr Jnnhalt sey, mag folgendes Verzeichnisbeweisen: