Band 
Erster Band.
Seite
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§6

und mit ganz besondrer Gefchiklichkeit, sich sswol der Pri«satökonomie des carolinischen Stiftes annahm, so wur,den ihm dadurch viele Stunden geraubt, welche den Mu-sen hätten heilig seyn können»

Im I. »755- ward ihm die Professur der griechischenLitteratur nebst dem Canonicat aufgetragen. Ob ihn in-dessen schon sein Schicksal von der Prcdigerkanzel undvon Pastoralgeschäften entfernte, so fand seine Seele,eben so groß als sein Geist, mitten unter gelehrten, kri-tischen, philosophischen Bemühungen, immer noch daSentzückendste Vergnügen an Ausbreitung populärer Kennt-nisse. Indem er die Religion von den fruchtlosen Aus-wüchsen der Schulthcviogic säuberte, verbreitete er unterOls jenen Geschmack an praktischem Vertrag» sowol inden Schriften als in den Predigten der jungem Geist-lichen. Der Körper derselben, von einer solche» Seelebelebt, erlangte mehr Uebereinstimmung und Thätigkeit.

In zwo Anstalten unter andern, die von seinem Eiferfür Geschmack, für Tugend und Religion zeugen, wirder auch bey den Enkeln noch leben. Die eine ist, dieverbesserte homiletische Einrichtung, da wöchentlich ein-mal der Reihe nach, einer der jungem Kirchendienereine heilige Rede hält, welche unter desselben Aufsicht inder Versammlung der Bruder beurtheilt und mit Anmer-kungen über die Kanzelberedsamkeit, die Auslegungskunstund die Pastoralklugheit begleitet wird. Die andre istdie afcctische Gesellschaft» welche sich unter seinem Vor-sitze, zu bestimmten Zeiten im Hörfaal versammelte, umsich durch Auflösung wichtiger Gewissensfälle, und andrePastoralproblcme, durch populäre heilige Vortrage, durchVerfertigung salbungsvoller Geberer und Lieder, Catechr-fationen und andrer asketischer Schriften, auf den Hck'tcnberuf vorzubereiten. Dieser Anstalt haben wir dieBetrachtungen für gefangene Missethäter, er» Gebetbuch