gewesen wäre, seinem einzigen Bruder Anton zit ansehn-lichen Bedienungen zu helfen, so hatte er sich gleichwolniemals kleinfügiger Familien, Cabalcn schuldig gemacht;diesen Bruder ließ er das Handwerk eines Buchbinderslernen; alles was er für ihn that, bestand darinn, daßer ihn von einer ehebrecherischen Ebegenoßinn befreyte;weit mehr nämlich war ihm an der Ehre der Scinigcn,als an Beförderung ihrer Glücksgüter gelegen. Die ganzeDerlassrnschaft, die er seinem Bruder hinterließ, beliefsich nicht höher als auf rr>x. Goldgulden. Wahrendseiner letzten Krankheit wollte der Rath ihm durch einGeschenk von 2; Thalern einige Erleichterung verschaffen;Kalvin schlug das Geschenk aus, und zwar unter dem Vor«wände» daß er bey seinem Unvermögen zur Arbeit nicht ein»mal das ordcnliche Gehalt zu verdienen im Stande sey.
Ausser verschiedenen, andern Streitigkeiten, in wel-che er sich verwickelt sah, müssen wir noch folgendererwähnen:
Gleichwie bis zu der Revol. i.J. 1702 die Predigt, wel-che am Congregationstage in der Peterskirche gehalten wird,einer besondern Censur in der Versammlung der Geistli-chen unterworfen ward, so war die Predigt damals deröffentlichen Censur in der Kirche selbst unterworfen. Je-dem der Zuhörer stand es frey, dem Kanzelrednrr vorallem Volke Zweifel und Einwendungen vorzulegen. ^Kraft dieier Freyheit also stand nach vollendeter PredigtHieronymus Bolsec auf und warnte die Gemeinde, daßsie sich von dem angehörten Vortrage des Predigers eNammens Sainl-Andre, nicht verführen lasse, indemse«ne Begriffe über die Prädestination nicht bestehen können,ohne daß Gott zum Drannen und zum Urheber deBösen gemacht werde. — Mittlerweile war Kalvin «die Versammlung gekommen, ohne daß er den Bvlstunterbrach oder von ihm konnte gesehen werden. Naw»