«at lang in Genf verborgen. Von Kalvin ward er entdecktund der Obrigkeit angezeigt. Er kam in Verhaft. Ein jun-ger Studirender, Namens Niccolas de la Fontaine, gabgegen ihn neun und dreißig Artikel ein, die Kalvin auf«gesetzt hatte Der junge Mensch ward, auf eignes Aner-bieten, als Servers Gcgenpartöy, gleichfalls gefangen ge-nommen — sogleich aber wieder auf freyen Fußgestellt, als der Angeklagte feiner Jrrtümmer überwiesenworden wäre. Dieser Lezte fieng an, in dem KerkerLangweile zu haben, «nd er übergab dem Magistrat eineBittschrift, in welcher er sagte: Es sey eine ganz neueund der ersten apostolischen Kirche unbekannte Uebung,irgend jemandem, wegen Ungleichheit der Religionsbegriffe,einen Criminalprozeß an den Nacken zu werken; wenn ersich auch käzcrscher Irrlehren schuldig gemacht habe, soseyen sie gleichwol von ihm nicht auf Genferschem Bodenausgestreut worden; überhaupt gehören die Fragen, dieer in seinen Büchern aufgeworfen habe, zur Entscheidungden Gelehrten allein, nicht dem Volk zu; endlich habeer an keinem Ort in der Welt die öffentliche Ruhe gestört;also begehre er einen Sachwalter, der seine Sache vrr,fechte. Hiebcy hatte er Kalvins Namen mißhandelt und!ihn einen Schüler Siinons des Zauberers genennt, undihn der Ehre, ein Diener der Kirche zu seyn, ganz un,würdig erklärt. — Em Sachwalter ward Serveten ab-geschlagen; gegen ihn gab die Geistlichkeit eine neueSchrift ein, die er mit kurzen Randglossen beantwortete.Auf beyden Seiten ward der Streit heftig. Abermalwurde mit den eydgcnößischcn Kirchen gevathschlagt; we,Wg mischten sich diese in den Prozeß; den 27. Oct.
ward Server von dem Magistrate zum Feuer ver-theilt; Farcl begleitete ihn zum Tode; ungeachtet er^cy der Hinrichtung grosse Unruhe des Herzens merken"eß, so starb er gleichwol standhaft bey dem Bekenntnisse
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