dieser Sätze. Farel ließ sie also an der Thüre des Colle-giums anheften. Bey Strafe des Kirchenbannes liessender Grofivicar und die Professoren jedermann die Beywoh,nung bey der Disputation untersagen. Hierüber belcydigt,befahl der Magistrat, daß sich alle Theologen, alle Pfar-rer und alle Studierende bey diesem Religionsgesprächerinfinden, und zwar unter Bedräuung, daß die AusbleL,bcnde aller Vortheile des täglichen Lebens, alles Handelsund Verkehrs , usi, molenäinorum, kurnorvm L mercatvsberaubt seyn sollen. Den 15. Horn. 1124. verthaydigtealso Farel seine Tbesen in Gegenwart einer zalreichen Men-ge geistlicher und weltlicher Personen. Nichts desto weni-ger war die Partey der Catholiken noch so stark, daß ersich genöthigt sah, Basel zu verlassen und nach Straßburgzu gebn. Mit ofenen Armen ward er an letzterm Ortevon Capito und Buzer empfangen. Zur Ausbreitung derneuen Lehre wurde er von dem Herzoge von Würtembergnach Mümpelgard berufen. Mir Erfolg sah er seine Un,ternemmungcn bekrönet. Nicht ohne Grund bar ihn Oeco,tampad seinen Eifer zu mäßigen. Dieser Eifer war soausschweifend, daß er eines Tages bey einer öffentlichenProzeßion dem Priester das Bild des h. Antons aus derHände riß und es über dir Brücke in den Fluß hinab,warf. Ohne panischen Schrecken, der das Volk überfiel,war er in Gefahr gerathen, gesteinigt zu werden. *Sehr unzufrieden war Erasmus über sein heftiges Betra.gen. Seinetwegen schrieb er an den Official von Besan-gvn: Habens isikio in propinguo novum Lvsngelistam^bsrellum, guo nibil viäi ungusm menäacius, virulentiusfsclitioLur. Wenn er unsern Farel so schwarz ab«
^ * S. Fried. Spanheim in 6enev» reAtutr wie auch ErasmusTpik. B. XVIII. Lp. XXX. Buch XXXI. Brief LIX. Mu-edar in, Illtm Bande semrr RefvrmatisnSgesch. schreibt diesenAusschweifenden Eifer nicht dem Farel zu, sondern seinem Be-*'enten.